Vitamin D übernimmt vielfältige Aufgaben in unserem Organismus. Zum Beispiel stärkt es die Knochen und hat Einfluss auf die Muskelkraft. Da der Körper mit Hilfe von Sonnenlicht selbst Vitamin D produzieren kann, nimmt es eine Sonderstellung unter den Vitaminen ein. Die Frage nach der Bestimmung des Vitamin D-Spiegels, gerade auch als Igel-Leistung, ist deshalb weiterhin eine der häufigsten in unserer Praxis.

Und tatsächlich weisen nicht wenige Patienten einen erniedrigten Vitamin D-Spiegel auf. Experten gehen davon aus, dass 13 Prozent aller Männer zwischen 18 und 79 Jahren und 15 Prozent aller Frauen minderversorgt sind. Bei Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen gehen Experten sogar von einer Unterversorgung zwischen 50 und 80 Prozent aus!

Vitaminreserven im Sommer auffüllen

Die meisten Menschen füllen ihre Vitaminreserven auf, indem sie sich im Sommer regelmäßig im Tageslicht aufhalten – und zwar mit unbedecktem Gesicht und Armen über rund 30 Minuten mit nur einem geringen Sonnenschutz, aber ohne Sonnenbrand – und im Winter ausreichend Vitamin D zu sich nehmen. Dies geschieht beispielsweise über fettreichen Fisch wie Makrele, Lachs und Hering oder auch über Eier, Fleisch und Innereien. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass ein ausreichend hoher Vitamin D-Spiegel bestehen sollte. Dies gelingt aber nicht jedem Menschen.

Ein besonders großes Risiko für einen Mangel haben zum Beispiel diejenigen, die wenig ans Tageslicht kommen – sei es aus beruflichen Gründen oder weil sie bettlägerig sind. Aber auch Menschen, die aus kulturellen oder religiösen Gründen einen großen Teil ihrer Haut verhüllen, sind gefährdet sowie Patienten, die über den Darm aus Krankheitsgründen nicht ausreichend Vitamin D resorbieren können. Auch dunkelhäutige Menschen und Patienten nach sogenannten bariatrischen Operationen können unter einem Mangel leiden.

Bei geringem Vitamin D-Spiegel auf die Ernährung achten

Wer einen zu geringen Vitamin D-Spiegel hat, sollte versuchen über die Ernährung ausreichend Vitamin D zu sich zu nehmen. Wenn damit allein die Versorgung nicht reicht, oder wenn es womöglich zu den Folgeschäden eines Mangels, im schlimmsten Fall zu Knochenbrüchen bei einer Osteoporose gekommen ist, ist es erforderlich, zusätzlich Vitamin D zuzuführen. Dazu würde man zuerst den Speicher auffüllen, um dann mit einer regelmäßigen Gabe fortzufahren. In diesem Rahmen findet dann auch eine Laborkontrolle statt.

Generell gilt: Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, genug Aufenthalt im Tageslicht mit einer ausgewogenen Ernährung (Vitamin D-Quellen siehe oben) ist IMMER die sinnvollste Herangehensweise und schützt womöglich vor Komplikationen.

Besteht ein Osteoporose-Risiko?

Ihr persönliches Osteoporose-Risiko können Sie hier berechnen: http://www.osd-ev.org/files/8714/9691/3027/osteoporose-risiko-test.pdf

Wenn Sie sich dazu entschlossen haben, Vitamin D zu sich zu nehmen, so sprechen Sie bitte mit uns darüber, wie auch über jedes andere frei verkäufliche Medikament. Manches, was Sie in den Supermärkten aus den Regalen fischen, ist nicht uneingeschränkt zu empfehlen.

Zusätzliche Einnahme von Vitamin K?

Inzwischen fragen viele Patienten im Zusammenhang mit der Vitamin D-Einnahme auch nach der zusätzlichen Einnahme von Vitamin K. Dazu gibt es noch keine eindeutigen Ergebnisse, die zu einer Empfehlung zur Einnahme geführt hätten. Man kann allerdings sagen, dass in Japan die Gabe von Vitamin K zur Verhinderung und Behandlung der Osteoporose empfohlen wird. Für Europa und Deutschland gilt noch keine solche Empfehlung; hier gilt es, weitere Studien abzuwarten.