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Noch ist die einstige Normalität des Reisens nicht wieder da. Trotzdem ist es sinnvoll, sich über das Thema Reisetauglichkeit zu informieren.

Gerade vor größeren Reisen schließen viele eine entsprechende Rücktrittsversicherung ab, um für ein krankheitsbedingtes Absagen der Reise finanziell abgesichert zu sein. Denken Sie daran, unbedingt alle Angaben der Wahrheit entsprechend zu tätigen, sonst droht womöglich der Wegfall des Versicherungsschutzes. Sobald der Versicherungsfall eintritt, werden im ärztlichen Attest alle Vorerkrankungen abgefragt. Wenn Sie unsicher sind, dann sprechen Sie uns vor dem Buchen der Reise an, ob wir Sie für reisetauglich halten – dieser Umstand wird immer abgefragt. 

Auch junge Menschen ohne Vorerkrankungen sollten sich informieren

Generell sind beim Reisen verschiedene Aspekte zu beachten:

Wenn junge Menschen ohne Vorerkrankungen sich aufmachen wollen, dann geht es erstmal darum zu überprüfen, ob ein kompletter Impfschutz vorliegt oder diesen entsprechend herzustellen. Außerdem ist über eine ausreichend gut bestückte Reiseapotheke zu sprechen und sich diese rezeptieren zu lassen, dazu ggfs. ein Gespräch über Insektenschutz und auch das Ansprechen einer ausreichend großen Ausstattung mit Kondomen bei Bedarf.

Sobald auch in jungem Alter Medikamente eingenommen werden, und sei es „nur“ die Pille, dann ist es wichtig zu überlegen, wie bei einer großen Zeitverschiebung vorzugehen ist.

Das sollten Sie bei der Einnahme von Medikamenten wissen

Auch gilt es zu klären, was zu tun ist, wenn es zum Auftreten von heftigen Durchfällen kommt, die bewirken, dass die Medikation nicht vom Körper aufgenommen wird und damit nicht ihre Wirkung und damit den gewünschten Schutz bereitstellen kann. Wenn es allein um eine Schwangerschaftsverhütung geht, dann ist natürlich der Wechsel auf Kondome möglich. Aber sobald aufgrund einer chronischen Erkrankung eine Dauermedikation einzunehmen ist, muss über solche Notfallsituationen gesprochen werden.

Je älter die Reisenden sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass dauerhaft Medikamente eingenommen werden müssen. Dann ist es wichtig, daran zu denken, dass diese in ausreichender Menge mitzunehmen sind. Dabei brauchen Sie, wenn Sie über eine Grenze reisen ein ärztliches Attest mit Angabe der Medikation: Es gibt Länder, in die eine Reise nicht möglich ist, wenn opioidhaltige Medikamente einzunehmen sind. Im Schengenraum ist dies kein Problem mit entsprechendem ärztlichem Attest, aber in anderen Ländern kann die Mitnahme von Opioiden einen Strafbestand darstellen. Deswegen müssen Sie sich darüber kundig machen.

https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Bundesopiumstelle/Betaeubungsmittel/Reisen/reise_scheng_formular.pdf?__blob=publicationFile&v=3

Wichtige Infos für Diabetiker

Wenn Sie über mehrere Zeitzonen reisen, ist ggfs. die Einnahme Ihrer Medikation anzupassen, möglicherweise für Hin- und Rückreise. Das ist auch dann wichtig, wenn Sie als Diabetikerin fliegenderweise unterwegs sind. Dies gilt nicht, wenn Sie mit Zug oder Auto unterwegs sind, dann gestaltet sich die Zeitverschiebung langsamer, der Körper kann sich langsam anpassen. Also sind Reisen mit Bus, Schiff, Auto oder Zug anders zu bewerten als Flugreisen.

Diabetiker, die Insulin spritzen, müssen insbesondere bei Langstreckenflügen regelmäßig ihren Blutzucker kontrollieren. Bei Flügen nach Westen verlängert sich der Tag, der Insulinbedarf steigt; bei Flügen nach Osten verkürzt sich der Tag, der Insulinbedarf sinkt. Zeitverschiebungen bis zu 4 Stunden können meist mit kurzwirksamem Insulin ausgeglichen werden, bei größeren Zeitverschiebungen kann auch eine Anpassung des Basalinsulins erforderlich sein. Wegen der Sicherheitsvorschriften an den Flughäfen kann es hilfreich sein, ein Attest für Flugreisende für das Mitführen von Utensilien zum Insulinspritzen und Messen einzuholen.

Thrombose-Risiko entgegenwirken

Bei jeder Reise, bei der Sie an ihren Sitzplatz mehr oder weniger gebunden sind, steigt das Risiko, dass Sie durch das Sitzen eine Thrombose bekommen können. Deswegen ist es wichtig, dass Sie ausreichend trinken und versuchen, mit den Beinen in Bewegung zu bleiben durch Anspannen der Muskulatur, weil dann das Thromboserisiko gesenkt werden kann. Wenn Sie schon mal eine Thrombose hatten oder ein Gerinnungsleiden haben, ist zu überlegen, ob Sie Kompressionsstrümpfe tragen sollten oder gar ein Medikament zur Blutverdünnung brauchen.

Wenn Sie mit einer vorbestehenden Herz- oder Lungenkrankheit in die Berge wollen, kann es sein, dass Ihnen dies schaden kann. Von einem Höhenaufenthalt über 2.000 Meter ist abzuraten, wenn Sie in den letzten drei Monaten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, wenn Sie eine Herzschwäche haben oder eine schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung haben oder ein unkontrolliertes Asthma. Ggfs. ist in diesen Fällen eine fachärztliche Vorstellung sinnvoll, um kein Risiko einzugehen. Eher keine Probleme sind bei Aufenthalten in Höhen zwischen 2.000-3.000 Metern zu erwarten, wenn Ihre KHK, Ihr Asthma oder Ihre COLD stabil eingestellt sind und wenn Ihr Bluthochdruck gut eingestellt ist.

Aktuellen Medikamentenplan mitnehmen

Patienten, die unter einer laufenden Chemotherapie stehen und darunter eine Blutarmut haben, können in der Höhe Probleme haben, weil sie dann womöglich keine ausreichende Sauerstoffversorgung haben. Des Weiteren können sie womöglich infektgefährdet sein wegen der möglichen Verminderung der weißen Blutkörperchen. Dann ist es sinnvoll, nach dem optimalen Zeitpunkt für eine Reise zu suchen.

Egal aus welcher Lebenssituation Sie sich auf den Weg begeben wollen, Sie sollten immer Ihren aktuellen Medikamentenplan dabeihaben sowie weitere Dokumente wie einen eventuell vorhandenen Allergiepass und eine Liste Ihrer Dauerdiagnosen, vielleicht auch den letzten Brief Ihrer Fachärztin, damit bei einem Arztbesuch am Urlaubsort alle wichtigen Informationen rasch bereitstehen und keine Verzögerungen auftreten.

Notfalldaten auf der Versichertenkarte abspeichern

Wussten Sie, dass wir Ihre Notfalldaten auf Ihrer Versichertenkarte abspeichern können? Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.

Wenn Sie Fragen zu Ihrer Flugtauglichkeit haben, lesen Sie bitte hier weiter: 

https://www.hausaerzte-habenhausen.de/16-news/vorsorge/175-flugtauglichkeit-tipps-fuer-flugreisen.html

Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Sommer!