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Wenn bei Patienten Schmerzen auftreten, besteht das wichtigste Ziel darin, die Ursache dafür zu finden und zu beheben. Bis es soweit ist, soll die Situation aber so angenehm wie möglich gestaltet werden. In manchen Fällen handelt es sich auch um chronische Beschwerden, die nicht komplett aus der Welt zu schaffen sind. Zur Behandlung der Schmerzen – akut oder chronisch – stehen zahlreiche Medikamente zur Verfügung. Sie unterscheiden sich durch die verwendeten Substanzen und den Wirkungsgrad, aber auch durch die möglichen Nebenwirkungen.

Typische Schmerzmittel sind Opiate, die meist eine stärkere Wirkung entfalten, und Nichtopioid-Schmerzmittel. Ergänzend können Medikamente eingesetzt werden, die die Schmerzursache beeinflussen (z.B. Entzündungen durch Kortison, Gefäßspasmen durch Spasmolytika oder Nitrate). Die Auswahl des Mittels erfolgt unter anderem auf Basis eines sogenannten Stufenschemas, das von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt wurde. Es berücksichtigt vor allem die Intensität und Ursache der Schmerzen.

Die Auswahl des richtigen Schmerzmittels und der Dosierung ist eine wichtige Entscheidung, daher ist es dringend geraten, sich ärztlichen Rat einzuholen. Wir stehen Ihnen dafür natürlich gerne zur Verfügung.

Vorsicht bei der Einnahme von Diclofenac

Nichtopioid-Schmerzmittel haben insbesondere bei Knochenschmerzen und Entzündungen eine gute schmerzbefreiende Wirkung. Sie sind sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend und fiebersenkend wirksam. Ein weit verbreitetes Mittel aus dieser Gruppe ist das Diclofenac. Wer dieses Medikament einnimmt, sollte jetzt jedoch noch einmal Rücksprache mit seinem Arzt halten.

Bei einer europaweiten Überprüfung der "kardiovasculären Sicherheit" (gemeint ist das Herz-Kreislaufsystem) wurden kürzlich neue Risikofaktoren von Diclofenac entdeckt. Daraufhin haben die zuständigen Einrichtungen – unter anderem die Europäische Arzneimittelagentur und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte – neue Empfehlungen und Warnhinweise für dessen Nutzung ausgesprochen.

Im Rahmen der Studie wurde festgestellt, dass der Nutzen von Diclofenac in den meisten Fällen zwar größer ist als das Risiko, allerdings geht die Behandlung mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit thrombotischer Ereignisse einher – das heißt, die Gefahr eines Gerinnsels in den Blutgefäßen steigt. Daher wird ein Einsatz zur Behandlung chronischer Schmerzen bei bestehender Herzschwäche, koronarer Herzerkrankung, arterieller Verschlusskrankheit und Arteriosklerose der Hirnarterien nicht mehr empfohlen.

Bei Patienten mit deutlichen Risikofaktoren für das Auftreten eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts wie z.B. Bluthochdruck, hohes Cholesterin, Diabetes mellitus und Rauchen sollte eine Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung begonnen werden. Bei allen Patienten sollte die niedrigste Dosis über den kürzesten zur Schmerzlinderung erforderlichen Zeitraum angewendet werden.

Aus diesem Grund werden wir diesbezüglich die Behandlung unserer Patienten mit Diclofenac bei chronischen Schmerzen kritisch überprüfen und ggf. eine Alternative mit Ihnen erarbeiten, falls Sie zur Gruppe der oben genannten Risiko-Patienten gehören.