Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Er bleibt häufig lange unerkannt, da zunächst keine Beschwerden auftreten. Bleibt die Hypertonie jedoch über Jahre unbehandelt oder nicht ausreichend behandelt, kann es durch Schäden am Gefäßsystem zu schwerwiegenden Folgeerkrankungen kommen.

Es ist ein bedeutsamer Risikofaktor für das Auftreten von Schlaganfällen, Herzinfarkten und Nierenerkrankungen.

Bei der Blutdruckmessung werden zwei Werte ermittelt. Dabei zeigt der erste Wert den Punkt an, wo sich das Herz maximal zusammengezogen hat - die Systole. Der zweite Wert hingegen gibt den Zeitpunkt der maximalen Entspannung während der Füllungsphase des Herzens an - die Diastole. Die Einheit, in der wir den Blutdruck messen, nennt sich Millimeter Quecksilbersäule (mmHg). Ein Messergebnis würde sich zum Beispiel so schreiben: 120/80 mmHg.

Häufig spielen mehrere Faktoren eine Rolle

Es gibt verschiedene Ursachen für die Entstehung von Bluthochdruck. In über 90 Prozent der Fälle besteht eine sogenannte primäre Hypertonie. Dabei ist die Ursache nicht auf eine spezielle vorbestehende Erkrankung zurückzuführen, sondern es gibt meist mehrere begünstigende Faktoren. Dies sind unter anderem Übergewicht, erhöhter Alkoholkonsum, vermehrte Kochsalzaufnahme, Stressfaktoren, Rauchen und zunehmendes Alter. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass die Hypertonie eine erbliche Komponente hat. Eine Hypertonie kann auch sehr selten aufgrund einer bestimmten Vorerkrankung auftreten, beispielsweise durch bestimmten Nierenerkrankungen, hormonelle Störungen oder medikamentösen Nebenwirkungen. Diese nennt man dann sekundäre Hypertonie.

Von einem erhöhten Blutdruck spricht man ab einem Messergebnis von 140/90 mmHg. Werden wiederholt über mehrere Tage über diesem Wert liegende Blutdrücke gemessen, sollte mit einer Therapie begonnen werden. Diese kann auf unterschiedliche Weise stattfinden: Zeigt sich der Blutdruck nur leicht erhöht und sind noch keine Folgeschäden vorhanden, kann zunächst eine nicht-medikamentöse Therapie erfolgen. Dabei stehen die Ernährungsumstellung, Gewichtsreduktion, regelmäßiger Sport und Reduktion von Stressfaktoren im Vordergrund. Dies sollte jedoch individuell entschieden werden und das Augenmerk auf diejenigen Lebensstiländerungen gelegt werden, welche der Patient auch einhalten kann. Eine erneute Evaluation, ob bereits eine Blutdrucksenkung stattgefunden hat, erfolgt nach 3 bis 6 Monaten.

Ernährung nach DASH

Eine besonders gut geeignete Form der Ernährung für Hypertoniker ist die sogenannte „DASH-Ernährung“ (Dietary Approach to Stop Hypertension). Der Name leitet sich von einer amerikanischen Studie ab, welche den Effekt der Ernährung auf den Blutdruck untersucht hat. Dabei erhielten die Teilnehmer zunächst eine Kost, welche vor allem aus fettreichen Produkten und Fleisch bestand, anschließend wurde die Kost auf vor allem Gemüse, Obst und fettarme Milchprodukte umgestellt. Es konnte eine signifikante Senkung des Blutdrucks nach der Ernährungsumstellung gezeigt werden.

Die Grundsätze der DASH-Diät setzen sich aus folgenden Punkten zusammen: viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, fettarmen Milchprodukten, der bedachte Einsatz von Ölen, Nüssen und Samen, sowie eingeschränkter Verzehr von fettreichen tierischen Lebensmitteln und die Reduktion der Salzzufuhr. Dabei wird empfohlen fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu sich zu nehmen (eine Portion = eine Hand voll). Dies kann als Rohkost, Salat, gekocht oder frisch gepressten Saft erfolgen. Der Verzehr von Vollkornprodukten kann als Brot, Nudeln, Reis oder auch Müsli erfolgen. Auch Milchprodukte gehören zum täglichen Speiseplan. Dabei sind vor allem Magerquark und Joghurt hervorzuheben, da diese mit ihrem hohen Eiweißgehalt sättigende Zwischenmahlzeiten sein können. Um die Salzaufnahme zu senken, sollte man stark salzhaltige Lebensmittel vermeiden (z.B. gepökeltes Fleisch, Schafskäse, Pommes frites, gesalzene Nüsse), außerdem sollte man Abstand von Fertigprodukten nehmen, da diese aus Konservierungsgründen häufig sehr salzhaltig sind. Man sollte stattdessen lieber auf frische, selbst verarbeitete Lebensmittel zurückgreifen sowie andere Gewürze und Kräuter verwenden. Der Geschmackssinn braucht zwar einige Zeit, um sich an die Umstellung zu gewöhnen, dann zeigt sich aber eine ganz neue Vielfalt an Aromen.

Realistische Ziele stecken

Bei der Umstellung der Ernährung gilt jedoch auch hier: „Was kann und möchte ich an meiner Ernährung verändern, sodass ich es auch langfristig beibehalten kann?“ Die Antwort darauf ist individuell sehr unterschiedlich. Man sollte darauf achten, dass es bei einer Ernährungsumstellung nicht um Verzicht, sondern um eine Änderung der Gewohnheiten geht, bei denen man sich wohl fühlt und nach einer gewissen Zeit ein Zugewinn zu seinem alltäglichen Leben sieht.