Herbst und Winter können aufs Gemüt schlagen. Wenn die Tage kürzer und dunkler werden, verfallen manche Menschen in eine Winterdepression: Sie sind niedergeschlagen und antriebslos, haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis. Bei einigen vergeht die Winterdepression mit dem Beginn des Frühlings, bei anderen bleibt sie dauerhaft.

Die Häufigkeit von Depressionen gehört in Deutschland mit 5,3 Millionen erkrankten Menschen im Jahr zu einer nicht zu unterschätzenden Erkrankung. Im Laufe eines Erwachsenenlebens erkranken circa 21 bis 23 Prozent aller Frauen und etwa 11 bis 13 Prozent  aller Männer an einer behandlungsbedürftigen Depression.

Onlinetherapie als Alternative?

Dem gegenüber steht nicht nur die Schwierigkeit, in einer solchen Situation zeitnah therapeutische Hilfe zu finden. Auch  davor erleben viele Betroffene  eine  oft sehr unterschiedlich lange Phase des Erkennens und des Sicheingestehens, dass etwas nicht  stimmt, dass Hilfe von außen erforderlich ist und dann auch - gerade in der niedergedrückten Situation sich auf den Weg zu begeben und Hilfe zu suchen.

Natürlich versuchen wir Ihnen auf diesem Weg zur Seite zu stehen. Aber das mag nicht immer genug sein. Seit einiger Zeit gibt es deshalb verschiedene Möglichkeiten zur sogenannten Onlinetherapie.

Ob dies in der jeweiligen Situation das Richtige oder das einzig Richtige ist, muss sicher individuell geklärt werden. In manchen dieser Programme geht es darum, Hilfe zur Selbsthilfe und Rat für einen besseren Umgang mit psychischen Belastungen zu finden. Basierend auf den Methoden der Verhaltenstherapie geht es darum, Gedankenmuster zu erkennen und sie durch neue Muster zu ersetzen und damit in eine veränderte Handlung umzusetzen: Wenn etwas nicht funktioniert, mach was anderes! Dabei geht es darum, die eigene Gedankenwelt zu erkennen und zu analysieren und sich bewusst  zu werden, welche eigenen Hoffnungen und Wünsche bestehen. Parallel geht es darum, den eigenen Umgang mit Stress zu verändern und mehr Ruhe und Entspannung im Alltag zu verankern. Als Beispiel ist hier das in Deutschland kostenfreie Programm Moodgym zu nennen: https://www.moodgym.de/

Achtsamkeit in das eigene Leben bringen

Ein anderes Beispiel ist das kostenpflichtige Programm Deprexis:  https://www.deprexis24.de/

Die Kosten werden von manchen Kassen übernommen. Auch hier geht es darum, in enger Anbindung, eigenes Verhalten zu analysieren, in die Verhaltensänderung zu kommen, neue Kompetenzen zu erlernen und neue Achtsamkeit in das eigene Leben zu bringen. Aus Studien weiß man, dass Menschen mit diesem Programm sich deutlich besser fühlten als Menschen in einer Vergleichsgruppe ohne entsprechende Online-Begleitung. Noch vor mehreren Jahren  erschien die Nachsorge nach einer Psychosomatischen Reha bei einer Depression unmöglich, bis vor Ort ein(e) Therapeut(in) gefunden ist. Doch auch das gibt es mancherorts mittlerweile. In dem Programm MindDoc: https://www.minddoc.deerfolgen nach Entlassung videokonferenzbasierte Einzelsitzungen. Inwieweit hier eine Kostenübernahme erfolgen kann, muss individuell geklärt werden.