Wer zu viel Alkohol trinkt, hat häufig eine verfettete Leber – das dürfte inzwischen bekannt sein. Doch hinter einer Fettleber können auch andere Ursachen stecken. Welche Rolle spielt die Leber für den Körper, wie kommt es zu einer Fettleber und wie können Sie vorbeugen?

Die Leber ist eines der größten inneren Organe und hat vielfältige Aufgaben. Insbesondere im Stoffwechsel spielt die Leber eine wichtige Rolle. Durch die Pfortader gelangen die aus dem Darm aufgenommenen Nährstoffe wie Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate in die Leber, wo sie gespeichert, umgewandelt oder abgebaut werden. Zucker wird in den Leberzellen als Glycogen gespeichert und als Glucose ins Blut abgegeben, wenn der Blutzuckerspiegel sinkt. Außerdem produziert die Leber viele wichtige Eiweiße, wie zum Beispiel  Gerinnungsfaktoren. Die Leber bildet Cholesterin und die daraus entstehenden Gallensäuren sowie die Gallenflüssigkeit. Zudem ist die Leber ein wichtiges „Entgiftungsorgan“. So wird Ammoniak, was im körpereigenen Stoffwechsel entsteht, in den ungiftigen Harnstoff umgebaut. Darüber hinaus baut die Leber Medikamente oder Schadstoffe wie zum Beispiel  Alkohol ab.

Was ist eine Fettleber?

Eine Fettleber ist definiert als krankhafte Leberveränderung mit deutlicher Steigerung des Fettgehaltes der Leberzellen, wobei drei Stadien unterschieden werden: Grad 1 (milde Fettleber); Fetteinlagerungen in < 1/3 der Leberzellen, Grad 2 (mäßige Fettleber): Fetteinlagerungen > 2/3 der Leberzellen und Grad 3 (schwere Fettleber): Fetteinlagerungen in > 2/3 der Leberzellen. Je nach Ausmaß kann die Leberfunktion dadurch unter Umständen erheblich reduziert sein.

Man unterscheidet die alkoholische von der nichtalkoholischen Fettleber.

Die alkohol-bedingte Fettleber wird durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht. Für einen risikoarmen Alkoholgenuss werden folgende tägliche Mengen angegeben: der Konsum von ½ Liter Bier bzw. ¼ Liter Wein für Männer und für Frauen ¼ Liter Bier und 1/8 Liter Wein. Allerdings kann die individuell verträgliche Alkoholmenge sehr unterschiedlich sein.

Die nichtalkoholische Fettleber ist eine typische Zivilisationskrankheit in den westlichen Industrieländern. Für Deutschland wurde eine Häufigkeit von 30 Prozent ermittelt. Bei einer oft ungesunden und zu kalorienhaltigen Ernährung sowie Bewegungsmangel kommt es zu Übergewicht, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 und Bluthochdruck, was  langfristig zur Entwicklung einer Fettleber führen kann. Bei der Adipositas ist insbesondere die sogenannte viscerale Adipositas (Vermehrung des Bauchfettes) zu nennen. Ein erhöhter Bauchumfang, bei Frauen von über 80 Zentimetern, bei Männern von über 94 Zentimetern, gilt als Risikofaktor. Außerdem soll eine relevante genetische Veranlagung bestehen. Andersherum geht auch die nicht-alkoholische Fettleber mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen und Typ-2-Diabetes einher.

Als weitere Ursachen gelten Fettstoffwechselstörungen, die Einnahme von Medikamenten wie zum Beispiel Amiodaron, Glucokortikoide, Tamoxifen, Medikamente in der HIV-Behandlung, andere seltene Lebererkrankungen (Eisen- oder Kupferspeicherkrankheit) oder auch chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Symptome und Diagnose einer Fettleber

Meist macht die Fettleber keine Beschwerden. Eventuell berichten die Betroffenen über ein Druckgefühle im Oberbauch, manchmal auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit.

Bei der körperlichen Untersuchung findet man eine vergrößerte Leber, die unter dem Rippenbogen tastbar sein kann. Die Leber ist vergrößert und hat einen abgerundeten Leberrand. Die Diagnose kann dann sicher mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Durch Untersuchungen des Blutes werden die Leberwerte ermittelt. Sie geben Auskunft über eine mögliche Leberzellschädigung. Die Konzentration von in der Leber hergestellten Eiweißen (Albumin, Quick-Wert, Cholinesterase) lässt Rückschlüsse auf die Leberfunktion zu.

Eine nichtalkoholische Fettleber kann in rund 10 bis 20 Prozent der Fälle in eine Fettleberentzündung (NASH= nichtalkoholische Steatohepatitis), und diese wiederum in rund fünf Prozent Prozent in einer Leberzirrhose münden.

Was Sie selber tun können

Eine medikamentöse Behandlung einer Fettleber gibt es bisher nicht. Aber eine gesunde Lebensweise kann Leberschäden vorbeugen und bei Lebererkrankungen hilfreich sein. Es wird eine Lebensstiländerung mit Gewichtsreduktion und vermehrter körperliche Bewegung empfohlen. Experten raten zu einem körperlichen Training für rund drei Stunden pro Woche. Bei Übergewicht sollten Sie Ihr Gewicht nur langsam reduzieren. Verzichten Sie auf Alkohol. Daneben sollte eine optimale Diabetestherapie angestrebt werden, ggf. müssen auslösende Medikamente weggelassen werden.