Würmer können die Organe des Menschen befallen und Wurmerkrankungen mit den unterschiedlichsten Symptomen auslösen. Die Parasiten werden in der Regel mit der Nahrung über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen.

Bei einer Wurmerkrankung handelt es sich um eine Infektion. Je nach Art des Erregers erfolgt die Aufnahme der Eier oder Larven über befallene Lebensmittel (z.B. unzureichend gegartes Fleisch, Waldbeeren, Pilze u.a.), als Schmierinfektion von befallenen Gegenständen oder von Mensch zu Mensch. Besonders häufig kommt es zu Infektionen von Kindern oder bei Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen. Fast immer kommt es zu einer Infektion des Magen-Darm-Trakts. Die Beschwerden können jedoch vielfältig und je nach Art des Erregers unterschiedlich sein. So kann es zu Durchfällen, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit und allgemeinen Unwohlsein kommen. Da sich die Parasiten sozusagen miternähren, kann es außerdem zu Gewichtsverlust und zum Mangel an bestimmten Vitaminen kommen.

Madenwurm-Infektion als häufigste Erkrankung

Eine der häufigsten Wurmerkrankungen in Europa ist die Infektion mit Madenwürmern (Oxyuriasis oder Enterobiosis). Dabei handelt es sich um mehrere Millimeter große Würmer (es gibt Männchen und Weibchen), welche im Dünndarm des Menschen leben und sich von dem Verdautem ernähren. Das Weibchen legt die Eier in der Nacht am After des Wirts ab, wo sie mithilfe des Sauerstoffs und der Körperwärme heranreifen. Dadurch wird ein Juckreiz ausgelöst. Durch das Kratzen können die Eier dann an den Fingern und unter den Fingernägeln haften bleiben. So kommt es dazu, dass die Eier in der Umgebung verteilt werden, insbesondere kommt es zur erneuten Infektion, wenn die verschmutzten Finger in den Mund genommen werden. So entstehen innerhalb von 2 bis 3 Wochen erneut geschlechtsreife Würmer im Darm.

Übertragung und Symptome

Die Übertragung geschieht über die Eier, die sich durch das Kratzen an den Fingern befinden. Insbesondere über Nahrungsmittel, Spielzeug, Wäsche und direkt über Mundkontakt ist eine Ansteckung möglich. Auch eine Ansteckung über aufgewirbelten Staub ist möglich. Die Wurmeier bleiben bei hoher Luftfeuchtigkeit (60-70 Prozent) bis zu drei Wochen ansteckend. 

Die Beschwerden sind zumeist unspezifisch, dazu gehören Müdigkeit, Schlafstörungen, allgemeines Unwohlsein, sowie Juckreiz und Hautausschlag am After. Gelegentlich sind die Madenwürmer im Schlafanzug oder im Kot sichtbar.

Diagnostik und Therapie

Der sicherste Nachweis über eine Wurmerkrankung erfolgt über einen Analabdruck, welcher am Morgen abgenommen wird. So können unter dem Mikroskop Eier oder sogar Würmer nachweisbar sein. Nicht in allen Fällen führt eine Stuhlprobe jedoch zu einem Nachweis.

In jedem Fall erfolgt die Behandlung medikamentös mit einem sogenannten Antihelminthikums. Diese Medikamente sind sehr gut verträglich, da sie nicht durch den Körper aufgenommen werden, sondern nur im Darm auf die Würmer wirken.

Außerdem muss im Einzelfall geprüft werden, ob die Mitbehandlung von Familienangehörigen notwendig ist.  Nach zwei Wochen erfolgt eine erneute Therapie, um eine erneute Ansteckung mit möglicherweise noch vorhandenen Wurmeiern zu verhindern.

So beugen Sie einer erneuten Infektion vor

Die allgemeine Hygiene spielt eine große Rolle, um einer erneuten Infektion vorzubeugen:

  • nach jedem Toilettengang gründliches Händewaschen
  • möglichst sorgfältige Hygiene im Afterbereich
  • Die Fingernägel aller Betroffenen möglichst kurzhalten
  • Waschen der benutzten Bettwäsche und Kleidung bei mind. 60 Grad (nach einer Medikamenteneinnahme am besten am Morgen danach)
  • Abwischen von Oberflächen mit feuchten Tüchern, um ein Aufwirbeln von Eiern zu verhindern
  • Staubsaugen am besten mit einem Gerät, wo ein Beutel ohne weiteres Aufwirbeln des Inhaltes entsorgt werden kann

Eine Kontrolle, ob die Therapie angeschlagen hat, ist in der Regel nicht nötig. Führt man alle o.g. Maßnahmen durch, sollte die Infektion damit ausreichend bekämpft sein. Gelegentlich kann es dennoch zu einem scheinbar hartnäckigen Befall kommen. Dabei handelt es sich aber in der Regel um eine wiederkehrende Infektion, durch zum Beispiel ein noch infiziertes Familienmitglied, welches keine Symptome hatte, Gegenstände oder auch eine Infektionsquelle außerhalb der Familie. In diesem Fällen sollten versucht werden die Quelle ausfindig zu machen, um dann eine erneute und ausreichende Behandlung durchführen zu können.