Auch für Menschen mit Herzschwäche (auch Herzinsuffizienz) ist das Reisen möglich. Grundsätzlich können Patienten mit Herzschwäche wie auch mit koronarer Herzkrankheit, nach Herzklappenoperationen sowie Herzschrittmacher- oder Defi-Träger sogar Langstreckenflüge machen.

 
Wichtig ist allerdings, dass eine gute medikamentöse Einstellung besteht und Sie je nach Reiseziel ggf. Ihre Reise gut vorbereiten. Nach den Empfehlungen der Deutschen Herzstiftung sollten Patienten nicht reisen innerhalb der ersten 3 Wochen nach einer Ballonerweiterung der Herzkranzgefäße oder Schrittmacherimplantation oder 3 Monate nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation. Allgemein gilt, dass eine Leistung von ca. 1 Watt/kg Körpergewicht geschafft werden sollte.

Die Herzinsuffizienz wird nach der HYHA-Klassifikation in 4 Stadien eingeteilt. Patienten, die überhaupt keine oder nur geringe Beschwerden bei stärkerer körperlicher Belastung haben (HYHA-Stadium 1 und 2) können in der Regel ohne größere Bedenken verreisen. Menschen, die schon in Ruhe Herzbeschwerden oder Atemnot haben (NYHA –Stadium 4) sollten keine längeren Reisen unternehmen. Haben Sie Beschwerden schon bei geringer körperlicher Belastung (NYHA-Stadium 3), sollten Sie sich vor einer geplanten Reise ärztlich untersuchen und abklären lassen und mit Ihrem Arzt besprechen, ob die geplante Reise möglich ist.

Reiseziele gut auswählen

Natürlich spielt auch das gewählte Reiseziel für Menschen mit Herzschwäche eine Rolle. Bei stärkerer Herzschwäche sollten Sie Gebiete mit extremem Klima wie die Tropen, Wüsten oder die Antarktis meiden. Ebenso können Aufenthalte in den Bergen ab einer Höhe von ca. 2000 m aufgrund des niedrigeren Sauerstoffgehaltes der Luft Herzbeschwerden bereiten.

Bei einer Herzinsuffizienz ab Stadium 3 oder 4 sollten Sie sich bereits im Vorfeld über die medizinische Versorgung am Urlaubsort informieren; dies gilt insbesondere für geplante Auslandsreisen ins fremdsprachige Ausland.

Reisevorbereitungen treffen

Etwa 3 Wochen vor der geplanten Reise ist es zumindest bei Patienten ab Stadium 3 der Herzinsuffizienz ratsam, sich ärztlich vorzustellen, damit gegebenenfalls die medikamentöse Therapie angepasst werden kann. Überprüfen Sie, ob Ihre Medikamente für die Dauer der Reise ausreichen. Sie sollten Ihre medizinischen Unterlagen wie den letzten Arztbericht vom Kardiologen und Ihrem Medikamentenplan, ggf. auch einen Herzschrittmacherausweis im Urlaub dabeihaben. Einen Sicherheitsvorrat der Medikamente sollten Sie im Handgepäck mitnehmen, falls das aufgegebene Gepäck verloren gehen sollte.

Verhalten auf der Reise und am Urlaubsort

Zur Verringerung des Thromboserisikos sollten Sie unterwegs viel trinken, vor allem Mineralwasser und Säfte. Insbesondere während längerer Flug- oder Busreisen sollten Sie kleine gymnastische Übungen mit den Füßen, Unterschenkeln und Knien machen und regelmäßig im Gang umhergehen. Klären Sie vor der Reise, ob Thrombosestrümpfe oder Heparin-Spritzen sinnvoll sind.

Am Urlaubsort sollten Sie sich zunächst langsam eingewöhnen, d.h. Bergtouren nicht gleich an den ersten Tagen machen oder stundenlang in der Sonne liegen. Regelmäßige leichte bis mittlere Belastungen wie Wandern oder Radfahren werden empfohlen. 

Selbstverständlich sollten Sie auch am Urlaubsort die gewohnten Verhaltensweisen wie die regelmäßige Medikamenteneinnahme, Gewichtskontrolle und gesunde, möglichst salzarme Ernährung beibehalten.