Nach dem Hype in den 1990er und den frühen 2000er Jahren um Magensäureblocker wie Omeprazol oder Pantoprazol ist mittlerweile in Studien klar geworden, dass zwar die Wirkung sehr gut ist, aber eine dauerhafte Anwendung durchaus auch bleibende Schäden, wie zum Beispiel eine Osteoporose nach sich ziehen kann.

 
In kleinen Mengen sind die oben angeführten Wirkstoffe in den Apotheken frei verkäuflich. Es gibt aber immer wieder Menschen, welche anhaltende Beschwerden wie Sodbrennen beklagen und dann auch dauerhaft die sogenannten PPI (Protonenpumpenhemmer) nehmen wollen.

Magenspiegelung bei anhaltenden Beschwerden

Wer anhaltende Beschwerden hat, kommt auf Dauer nicht um eine Magenspiegelung herum. Manchmal kommen dabei Krankheitsbilder zum Vorschein, die ohne dauerhafte Behandlung in bösartigen Krankheiten enden können.

Oft aber ist es so, dass mit etwas Lebensstiländerung auch auf einen Teil oder auf alle Medikamente verzichtet werden kann.

  • Es ist sinnvoll, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu essen statt großer Mengen auf einmal. Halten Sie einen Abstand von 3 Stunden zwischen der letzten Mahlzeit und dem Zubettgehen ein
  • Es sollte keine enge Kleidung getragen werden, weil diese auf den Magen drücken kann und so zum Aufsteigen des sauren Magensaftes führen kann
  • Genussmittel wie saure Säfte oder Wein aber auch andere hochprozentige Alkoholika und Nikotin können Sodbrennen verursachen und sollten deswegen reduziert oder gänzlich vom Speiseplan gestrichen werden
  • auch andere säurehaltige Speisen wie Tomaten oder saure Beeren und auch kohlensäurehaltige Getränke sollten eher gemieden werden
  • Wer immer wieder unter Sodbrennen leidet, sollte beobachten, wann die Beschwerden auftreten. Wer nachts Beschwerden hat, kann versuchen, den Oberkörper höher zu lagern, zum Beispiel mit einem verstellbaren Lattenrost. Damit kann das Zurücklaufen des sauren Magensaftes in die Speiseröhre verhindert werden. Manchen Menschen hilft es, auf der rechten Körperseite zu schlafen, auch dann kann der Magensaft schlechter in die Speiseröhre zurücklaufen
  • Reduzieren Sie ihr Gewicht, wenn Sie Übergewicht haben; damit senkt sich der Druck im Bauchraum
  • Wenn Sie zu Verstopfung neigen, sorgen sie für eine regelmäßige Stuhlentleerung. Das Pressen bei der Darmentleerung kann auch zu einem Hochlaufen des Magensaftes führen
  • Vermeiden Sie Tätigkeiten, wo Sie regelmäßig kopfüber arbeiten müssen, dies erhöht den Druck im Bauchraum
  • Wenn Sie Medikamente einnehmen müssen, dann achten Sie darauf, diese mit genügend Flüssigkeit einzunehmen, damit die Tabletten auch im Magen landen und nicht davor in der Speiseröhre kleben bleiben

Rezeptfreie Alternativen

An rezeptfreien Alternativen fällt vielen sicher zuerst das gute alte Natron ein, gelegentlich angewandt in kleinen Mengen kann es aufgelöst in wenig Wasser die überschüssige Säure binden. Bei zu häufiger Anwendung kann es zu einer Verschiebung in unserem Säurehaushalt führen, deswegen ist Vorsicht geboten.

Durch Kaugummikauen wird Speichel produziert, dieser kann in kleinen Mengen den Magensaft neutralisieren. Dieses Mittelchen ist sicher aus den verschiedensten Gründen nicht für jeden geeignet.

Auch ein Glas Milch oder säurearmer Tee (zum Beispiel Kamille) können Linderung bringen.

Auch Teemischungen können helfen

Des Weiteren gibt es auch verschiedene Teemischungen gegen Sodbrennen:

  • eine Mischung aus Kamille, Malve und Eibisch kann einen gereizten Magen beruhigen
  • Fenchel-Anis-Kümmel-Tee ist wohltuend für den Magen-Darm-Trakt bekannt und durchaus schmackhaft
  • Kamille-Fenchel-Süßholzwurzel-Tee

Auch andere frei verkäufliche Medikamente wie rezeptfreie Magensäurebinder, die in der Konsistenz an eine Milch erinnern, können hilfreich gegen Sodbrennen sein, das sollte aber in einem Gespräch geklärt werden, weil nicht alles für jeden zu jeder Zeit das Richtige ist.

Manchmal ist es so, dass Patienten schon lange Säurehemmer genommen haben und gerne die Dosis reduzieren wollen oder sollen. Dann ist es sinnvoll, langsam mit der Dosis runter zu gehen, also nicht Knall auf Fall alles abzusetzen, sondern das Medikament erst mal jeden zweiten und dann jeden dritten Tag einzunehmen. Der Wirkstoff hat eine lange Wirkdauer, so dass dies durchaus funktionieren kann. Und wenn beim Ausschleichen Beschwerden auftreten, dann können genau die oben besprochenen Hausmittel hilfreich sein.