Rund 20 Prozent der Bevölkerung leidet schätzungsweise an Verstopfung. Dabei sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen, mit dem Alter nimmt die Häufigkeit zu.

Von Verstopfung wird gesprochen, wenn Menschen nur zweimal pro Woche oder seltener Stuhlgang haben, wenn dieser hart oder klumpig herausgepresst werden muss oder wenn das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung besteht.

Ein Warnzeichen kann Verstopfung dann sein, wenn sich das Stuhlverhalten ändert: Wer bisher regelmäßig abgeführt hat und nun nur noch zweimal pro Woche abführt, sollte dies ärztlich abklären lassen, insbesondere dann, wenn womöglich noch Schleim und/oder Blut beim Stuhl zu sehen ist und ggfs. auch noch ein Gewichtsverlust eingetreten ist.

Erkrankungen oder ein geänderter Tagesablauf können Verstopfung begünstigen

Die Ursachen für Verstopfung können vielfältig sein:

  • Inaktivität und/oder Bettruhe im Rahmen einer schweren Erkrankung
  • geänderter Tagesablauf, zum Beispiel bei Interkontinentalflügen, aber auch bei Schichtarbeit
  • geändertes Essverhalten: die neue Diät oder das Essen im Ausland
  • und medikamentös durch diverse Medikamente wie Eisen, Opioide, Antidepressiva, Wassertabletten oder Blutdrucksenker, um nur einige zu benennen

Wenn Sie erstmals Verstopfung haben, dann gilt es, diesen Zustand zügig zu überwinden; dies kann zum Beispiel mit einem Mikroklistier oder einem hohen Einlauf erreicht werden.

Leichteres Abführen durch die Gabe von Weichmachern

Egal, ob die Verstopfung medikamentös bedingt oder keine Ursache identifizierbar ist, durch die Gabe von Weichmachern wie Macrogol, Laktulose oder Flohsamen kann oft ein leichteres Abführen erreicht werden. Diese Substanzen können je nach Krankheitsursache als Kassenleistung verschrieben werden. Sie wirken nur so lange, wie sie angewendet werden und führen nicht zu einer Gewöhnung und damit eben nicht zu einer weiteren Verschlechterung der Darmmotilität.

  • Laktulose ist zwar ein Zuckerstoff, wirkt sich aber in aller Regel nicht beeinflussend auf den Zuckerstoffwechsel aus: Laktulose gibt es als Sirup oder als Milchzucker frei verkäuflich in Apotheken, Reformhäusern und teils auch in großen Supermärkten. Die Dosis ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich: fangen Sie mit einem Messlöffel (15 ml) an. Die Dosis kann nach Bedarf gesteigert werden.
  • Makrogol ist ein Salzgemisch, welches sich nicht auf den Salzhaushalt auswirkt. In ähnlicher Weise wird es auch als Vorbereitung zu Darmspiegelungen genutzt. Auch hier ist die genaue Menge auszutesten.
  • Flohsamen werden sowohl bei Verstopfung als auch bei weichem Stuhl eingesetzt. Sie bestehen nur aus den Samen des Flohsamenkrautes, die Wirkung kommt über langkettige Kohlenhydrate zustande, die als Schleimstoffe oder Fasern einen mechanischen Effekt ausüben. Flohsamen müssen mit ausreichend Wasser im Verhältnis 1:10 eingenommen werden: ein Löffel Flohsamen auf mindestens 10 Löffel Wasser, gern auch mehr! Sie sollen nicht mit Milch eingenommen werden, darin können sie nicht quellen und sind damit ohne Wirkung. Die Tagesdosis sind 10-30 Gramm. Sie sollen nicht mit anderen Medikamenten eingenommen werden, der Abstand zu anderen Medikamenten soll eine Stunde betragen. Sie dürfen nicht bei entzündlichen Darmerkrankungen angewandt werden sowie nicht bei drohendem Darmverschluss.

Auf den Lebensstil achten

Als weitere Allgemeinmaßnahmen bei Verstopfung gilt es zuerst, einen regelmäßigen Lebensstil - wenn möglich – einzuhalten:

  • es sollte sich ballaststoffreich ernährt werden. Manchmal muss die Menge an Ballaststoffen langsam gesteigert werden, weil ein zu starkes Steigern der Ballaststoffmengen mit Bauchschmerzen einhergehen kann. Ballaststoffe finden sich im Müsli, im Vollkornprodukten, in Gemüse wie Äpfel oder Birnen, welche Sie mit der Schale essen sollten. Auch Weintrauben, Kiwis sowie auch Trockenobst oder aber ein Löffel Leinsamen oder Schrot, der mit ausreichend Wasser zu sich genommen werden soll, sind sehr ballaststoffreich. Wenn Sie nicht in der Lage sind, ausreichend zu den Ballaststoffen, insbesondere zu den Körnern oder zum Schrot zu trinken, dann lassen Sie Finger von dieser Methode, weil es gefährlich für Sie werden kann! Durch das Quellen im Darm, kann im schlimmsten Fall ein Darmverschluss ausgelöst werden.
  • auf jeden Fall soll eine ausreichende Menge an Flüssigkeit (1,5 -2 Liter tgl.) konsumiert werden. Auch Kaffee zählt als Getränk: dies wurde ja früher anders gesehen. Nicht jeder wird sich auf die „harten“ Varianten wie Pflaumensaft oder Sauerkrautsaft einlassen wollen.
  • Das berühmte Glas lauwarmes Wasser am Morgen auf nüchternen Magen, je nach Literatur mit einem Löffel Honig oder einem Schuss Apfelessig, regt die Darmentleerung an.
  • Sicher nicht jedermanns Sache ist die Einnahme von einem Löffel Öl, sei es Oliven-, Leinöl oder Rizinusöl.
  • Bleiben Sie oder kommen Sie in Bewegung: wer regelmäßig in Bewegung ist, regt die Darmperistaltik an. Auch die Eigenmassage des Bauches immer im Uhrzeigersinn kann der Trägheit des Darms entgegenwirken.
  • Bei der Darmentleerung ist bei Menschen, die zu Verstopfung neigen Regelmäßigkeit wichtig: halten Sie feste Zeiten auch für den Toilettengang ein. Das wird aber nur dann erfolgreich sein, wenn Sie genügend Ruhe haben und keinen Zeitdruck.
  • Beim Toilettengang ist auch die richtige Haltung wichtig: die in anderen Kulturen üblichen Hocktoiletten führen zu einem besseren Winkel bei der Darmentleerung. Keine Sorge: mit einem kleinen Höckerchen, auf den Sie Ihre Füße bei der Darmentleerung stellen, können Sie die korrekte Hockhaltung erreichen.

Ja, es gibt diverse frei verkäufliche Medikamente zur Behandlung einer Verstopfung. Der Vorteil ist sicher, dass sie wirken, dass Sie nichts an Ihrem Lebensstil ändern müssen. Der Nachteil bei vielen dieser Stoffe ist aber, dass sie bei dauerhafter Anwendung eine weitere Verschlechterung der Darmperistaltik bewirken.

Deswegen sprechen Sie uns an.