Bisher ist der Sommer zwar durchwachsen und nach einer Hitzewelle sieht es derzeit nicht aus, aber auch in diesem Jahr klettern die Temperaturen an manchen Tagen weit nach oben. Für einige Menschen ist es daher besonders wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, worauf bei sommerlicher Hitze zu achten ist.

Die Erfahrungen der letzten besonders heißen Sommer (zuletzt 2018) hat gezeigt, dass die Hitze einen deutlichen Einfluss auf die Sterberate ausübt. Dies muss uns langfristig dazu bringen, unser eigenes Verhalten diesen Folgen des Klimawandels anzupassen – das gilt für Jung und Alt.

Diese Tipps sollten Sie bei hohen Temperaturen befolgen:

  • Achten Sie auf die tägliche Trinkmenge: Generell spricht man von mindestens 2 Litern am Tag, wobei dies älteren Menschen oft schwer fällt einzuhalten. Bei genau diesen älteren Menschen liegt aber auch womöglich eine Herzschwäche vor, so dass dann das individuelle Mindestvolumen zu besprechen ist. Manchmal handelt es sich dabei um eine Gratwanderung, genug für die Niere, und nicht zu viel für das Herz.
  • Getränke sollten sichtbar bereitgestellt werden, das kann es erleichtern am Ende des Tages den Überblick zu bewahren und die genaue Trinkmenge ausrechnen zu können.
  • Wer viel schwitzt, muss evtl. auf seinen Salzhaushalt achten.
  • In einer Hitzeperiode muss aber nicht nur auf das Trinken geachtet werden, es ist auch sinnvoll, auf die Ernährung zu schauen: Essen Sie lieber kleinere Portionen. Achten Sie darauf, dass die Kühlkette bei Lebensmitteln eingehalten wird, also lieber kleinere Mengen kaufen und zubereiten. Wenn Sie Fleisch zubereiten, achten Sie darauf, dass es durchgegart ist, die Rate an infektiösen Durchfällen steigt im Sommer gern rapide an (und Durchfall würde ein Austrocknen weiter begünstigen).
  • Wenn Sie sich nach draußen begeben, dann sollten auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten, tragen Sie leichte Kleidung, bedecken Sie ihren Kopf und Nacken, gerade kleine Kinder, aber auch Menschen ohne Haare sind besonders gefährdet.
  • Die Südländer wissen, warum sie tagsüber die Häuser verdunkeln durch Vorhänge und Rollläden. Auch das Lüften in den frühen Nacht- und Morgenstunden ist unbedingt zu empfehlen.
  • Manche Menschen empfinden Ventilatoren als angenehm, das ist sicher Geschmackssache. Achten Sie auf jeden Fall darauf, dass Sie keinen Zug bekommen und sich dann womöglich erkälten. Wenn Sie zum Beispiel bei der Arbeit oder bei einer Reise in einem Hotelzimmer eine Klimaanlage haben, dann stellen Sie die Raumtemperatur nicht zu tief ein.
  • In der Hitze sollten Sie sich nicht überfordern, körperliche Höchstleistungen sind nicht sinnvoll. Wenn Sie sich körperlich betätigen wollen, dann bitte auch wieder in den kühleren Tagesabschnitten und nicht in der prallen Sonne!

Und was kann bei Hitze passieren?

  • Bei einem sogenannten Sonnenstich kommt es zum Auftreten von Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und womöglich auch Nackenschmerzen. Er entsteht durch zu intensive Sonnenbestrahlung des Kopfs: Dies führt zu einem Wärmestau und einer Reizung der Hirnhäute.

Dann gilt es erst einmal, den Patienten an einen kühleren Ort zu bringen, den Körper

abzukühlen und Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Im Notfall muss womöglich der Notruf getätigt werden.

  • Beim Austrocknen kann die Körpertemperatur ansteigen, durchaus auf bis zu 40 Grad. Patienten klagen über Fieber, Wärmegefühl, Sehstörungen, Schwindel, schnellen Puls und niedrigen Blutdruck, allgemeine Schwäche und Müdigkeit. Auch hier gilt es den Flüssigkeitshaushalt aufzufüllen und die Vitalwerte zu kontrollieren.
  • Beim Hitzschlag, steigt die Temperatur auf über 40 Grad, dazu kommen als mögliche Symptome Bewusstseinstrübung, Erregung, Krämpfe bis zum Koma, auch fällt der Blutdruck und steigt der Puls; Der Hitzschlag kann bis zum Tod führen. Deswegen stellt der Hitzschlag einen medizinischen Notfall dar und bedarf sofortiger medizinischer Hilfe.

Auch Alkohol führt zu einer erhöhten Wärmeproduktion

Generell können schwere Komplikationen zum Teil verhindert werden, wenn wir uns an die oben angeführten Empfehlungen halten. Es ist außerdem sinnvoll, Drogen (vor allem Amphetamine und Cocain, aber am besten alle Drogen) und Alkohol zu meiden, weil dies zu einer erhöhten Wärmeproduktion führen können.

Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel wasseraustreibende Medikamente können in Hitzeperioden problematisch werden. Wer übergewichtig ist und an einer Schilddrüsenüberfunktion leidet oder Fieber hat, hat zudem ein höheres Risiko.

Deswegen: Berücksichtigen Sie die oben angeführten Empfehlungen. Kommen Sie gesund durch den Sommer!