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„Nach dem Essen sollst Du ruhn oder 1.000 Schritte tun“, so hieß es früher bei meinen Großeltern. Darüber kann man streiten, aber das ist heute nicht unser Thema. Heute reden alle über 10.000 Schritte am Tag. Haben Sie schon mal geguckt, wie viel Sie in Bewegung sind – vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit?

 
Dass Bewegung wichtig ist, wissen wir alle. In vielen Bereichen von seelischen Erkrankungen über Demenz bis zum Verhalten unter Tumortherapien: Überall ist mittlerweile klar und bewiesen, dass Bewegung für uns essentiell ist: Wir sollen 5x pro Woche 30 Minuten aktiv sein, und dass dann sowohl im Bereich des Ausdauertrainings (hier kommen die 10.000 Schritte ins Spiel), aber auch im Bereich der Muskelstärkung.

Den eigenen Lebensstil überdenken

Viele Menschen haben heute sogenannte Fitnesstracker oder Smartwatches, über die sie ihre eigene Aktivität überwachen können. Es gibt natürlich auch noch die guten eher altmodischen Schrittzähler, die eine Überwachung nur direkt auf dem Display zulassen. Die Güte all dieser Messinstrumente und was am besten zu Ihnen passt, das müssen Sie selbst entscheiden. Ich glaube, dass es wichtig ist, sich im Alltag klar zu machen, dass wir mit dem Lebensstil, den wir uns womöglich in unserer Kindheit angewöhnt haben, nicht genug aktiv sind – die Menge an Bewegung hat in den letzten Jahren für viele beträchtlich nachgelassen.

Früher war es klar, dass viele Wege zu Fuß gemacht wurden, heute stöhnt manch einer schon, wenn er mehr als 100 Meter vom Parkplatz des Autos zu seiner Arbeit oder seinem Wohnort unterwegs ist. Und noch viel früher war klar, dass für den Schulweg durchaus mehrere Kilometer zu Fuß bewältigt werden mussten. Das war selbstverständlich. Wenn wir überlegen, dass wir uns heute deutlich weniger bewegen, oft aber die Essgewohnheiten der Vergangenheit beibehalten haben, erklärt sich, dass Übergewicht bis zur Adipositas zu den Zivilisationskrankheiten gehört. Wie sollen Sie vorgehen?

Mehr Bewegung in den Alltag integrieren

Wer bisher ein Stubenhocker war, wird es nicht schaffen, sofort die 10.000 Schritte zu schaffen. Aber es geht ja auch darum, in die Verhaltensänderung zu gehen. Überlegen Sie, ob Sie mit einem Schrittzähler leben wollen. Wenn Sie sich einen solchen angeschafft haben, dann kontrollieren Sie erst mal für ein paar Tage, wie viele Schritte bisher für Sie normal sind. Und dann setzen Sie sich ein Ziel. Wenn Sie bisher womöglich nur ein- bis zweitausend Schritte geschafft haben, dann überlegen Sie doch, ob Sie eine Bushaltestelle früher aussteigen können und die Schritte zusätzlich genießen und damit den Schnitt nach oben treiben. Oder laufen Sie mal wieder eine Treppe statt des Aufzugs zu nehmen.

Laufen Sie in Ihrer Mittagspause ein Runde um den Pudding. Das gibt Ihnen eine Portion frische Luft und lässt Sie im Alltag abschalten. Dann geht es nach der Pause mit mehr Schwung in den zweiten Teil des Arbeitstages. Vielleicht können Sie damit die Gesamtzahl Ihrer Schritte um 2.000 bis 3000 Schritte erhöhen. Das wäre schon eine große Leistung.

Die Kondition langsam steigern

Wenn Sie dann am Ende des Tages merken, dass Sie ihr Ziel noch lange nicht erreicht haben, dann kann es gut sein, einfach noch eine „Arbeitseinheit“ dranzuhängen. Aber machen Sie nicht einen Zwang daraus. Dann werden Sie bald scheitern, sehen Sie es eher als Spiel mit ihrem Partner, mit sich selbst, mit Freunden. Es ist sinnvoll bei all den Schritten, die Sie tun, dass es Anteile dabei gibt, die Ihre Ausdauer stärken. Also versuchen Sie, eine gewissen Zeit am Stück zügig zu gehen, wenn es geht mindestens 10 Minuten lang. Sie werden merken, dass sich diese Zeitabschnitte steigern lassen und das können Sie dann auch als Erfolg verbuchen, dass sich Ihre Kondition gesteigert hat. Gratulation!

Und wenn Sie sogar keine Lust auf Gehen haben, dann haben Sie durchaus die Möglichkeit, auch anderes in Bewegung zu kommen. Auch mit Radfahren oder Schwimmen, mit Teamsport oder Tanzen tun Sie etwas für Ihre Gesundheit, für sich. Das mag sich auf der Waage zeigen oder auch nicht, auf jeden Fall profitieren Sie davon, Ihr Körper und Ihre Seele werden es Ihnen danken, kommen Sie und bleiben Sie in Schwung!

Und zur Richtigstellung: Erstmals kamen die 10.000 Schritte in der Reklame eines japanischen Schrittzählerherstellers vor. Es gibt Studien, die sagen dass eventuell auch 7.500 Schritte reichen, um das Sterblichkeitsrisiko zu senken. So oder so, tun Sie was für sich!