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Die Zahl der Menschen, die in Zeiten der Corona-Pandemie an Schlafstörungen leiden, dürfte weiter gestiegen sein. Schon „in normalen“ Zeiten ist davon auszugehen, dass rund 10 bis 15 Prozent aller Deutschen an Schlafstörungen leiden. Mit dem Alter nimmt das Auftreten von Schlafproblemen zu, zudem sind Frauen häufiger betroffen.

Generell kann man unterscheiden zwischen Störungen beim:

  • Einschlafen
  • Durchschlafen
  • oder durch zu frühes Erwachen.

Wann besteht Handlungsbedarf?

Handlungsbedarf besteht dann, wenn bei Ihnen über die Dauer eines Monats in mindestens drei Nächten pro Woche Schwierigkeiten auftreten und Sie am Folgetag tagsüber erschöpft, gereizt oder weniger belastbar ist. Diesen Zustand bezeichnet man als Schlafstörung.

Die Ursachen von Schlafstörungen können ausgesprochen vielfältig sein. Lebens- und Ernährungsgewohnheiten, Medikamente, Krankheiten, seelische Belastungen und verschiedene weitere Faktoren – oder eine Kombination davon – zählen zu den möglichen Auslösern.

Man unterscheidet zwischen primären und sekundären Schlafstörungen: Bei den primären kann keine Ursache gefunden werden, es gibt also keinen Auslöser im Sinne einer körperlichen oder seelischen Erkrankung oder bedingt durch das soziale Umfeld. Bei den sekundären Schlafstörungen liegen körperliche Erkrankungen oder soziale Ursachen vor.

Schlaftagebuch kann helfen

Um erstmal mehr Klarheit zu gewinnen und herauszufinden was vorliegt, ist es sinnvoll, ein Schlaftagebuch zu führen. In diesem geht es darum, Fakten zu Schlafdauer und Ähnlichem zu sammeln, aber auch zu Befindlichkeit, Medikamenten, Alkoholkonsum und andere Störfaktoren zu finden: https://www.stiftung-gesundheitswissen.de/sites/default/files/pdf/2020_09_Schlaftagebuch_Insomnie.pdf

Manchmal kann dies schon Hinweis genug sein, um die richtige Stellschraube zu finden oder aber wenigstens einzugrenzen, wo und wie durch eine Änderung Wege zur Besserung beschritten werden können. Manchmal reicht es aber auch nicht aus, dieses Protokoll zu führen: Dann kann es erforderlich sein, mit ärztlicher Hilfe weiter zu suchen nach zu Grunde liegenden Störungen und durch eine evtl. medikamentöse oder andere Therapie eine bessere Nachtruhe zu bewirken.

Hilfreiche Ratgeber gibt es auch von der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und
Schlafmedizin: https://www.dgsm.de/gesellschaft/fuer-patienten/ratgeber-schlafstoerungen

Lesen Sie gerne auch zu diesem Thema einen unserer früheren Artikel: https://www.hausaerzte-habenhausen.de/13-news/gesuender-leben/82-schlafstoerungen-ohne-chemie-beheben.html

Risiken nicht unterschätzen

Die Folgen von Schlafstörungen sind nicht zu unterschätzen: Sie können einfach lästig sein, aber auch tödlich ausgehen. Am harmloseren Ende des Spektrums liegen Konzentrationsstörungen und Gereiztheit, am anderen das steigende Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen, Infektanfälligkeit und Bluthochdruck.

In dem unten abrufbaren Info-Blatt haben wir 14 Grundregeln zusammengestellt, mit denen Sie dem Schlaf auf die Sprünge helfen können. Darüber hinaus werfen wir einen Blick in die „Kräuterecke“ und zeigen, welche Hilfsmittel dort zu finden sind. Wichtig: Falls Sie sich in ärztlicher Behandlung befinden, sollten Sie den Ärzten auf jeden Fall mitteilen, welche natürlichen Stoffe Sie zusätzlich zu sich nehmen.

Auch „Naturpräparate“ unter den Schlafmitteln machen süchtig

Schlafmittel aus der Apotheke sind unterdessen nicht zu empfehlen – unter anderem, weil sie sehr schnell zur Abhängigkeit führen. Das gilt auch für sogenannte Naturpräparate. Wenn Sie die Medikamente bereits länger einnehmen, sollte das Ausschleichen ebenfalls über einen längeren Zeitraum stattfinden. Dazu wird die Dosis halbiert und im weiteren Verlauf abgesetzt.

Unser Info-Blatt zum Thema Schlafstörungen, das in der Praxis auch gedruckt erhältlich ist, können Sie hier herunterladen.

Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Schlaf!