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Der Sommer ist die bevorzugte Zeit für das Auftreten von Gichtsymptomen. Grund dafür ist wie so oft unser Lebensstil, das vermehrte Konsumieren von Fleisch und auch Alkohol begünstigt diese schmerzhafte Erkrankung.

Typische Symptome sind Schmerzen in den Zehen, aber auch andere Gelenke wie Sprunggelenke, Knie, Finger und Ellbogen können betroffen sein sowie auch unsere Ohren. Neben der Ablagerung in den Gelenken können sich Kristalle auch in Schleimbeuteln und Sehnen sowie in der Haut ablagern. Bei einer Ablagerung der Kristalle in der Niere kommt es zur Bildung von Nierensteinen – ein weiteres Leiden, auf das gerne verzichtet werden kann.

Die Schmerzen beim Gichtanfall sind meist verbunden mit Schwellungen, Rötungen und schmerzhafter Bewegungseinschränkung. Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die auf einer hohen Konzentration von Harnsäure im Blut basiert. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Harnsäureerhöhung liegt bei Männern bei 30 Prozent. Unter den Frauen sind nur rund 3 Prozent betroffen – bei ihnen treten die ersten Probleme meist erst nach dem Beginn der Wechseljahre auf. 

Was ist zu tun?

Wer einmal einen Gichtanfall hatte, ist sicher nicht erpicht darauf, erneut solche heftigen Schmerzen zu erleiden. Also sollte der eigene Lebensstil überprüft werden. Es gibt Speisen, von denen klar ist, dass sie zu einem Anstieg der Purine, also der Vorstufen der Harnsäure führen. Diese sollen nicht in übermäßigen Mengen zu sich genommen werden, das heißt der Grillabend sollte nicht mehrfach in der Woche stattfinden. Stattdessen ist es sinnvoll, den Speiseplan anzupassen: Weniger Fleisch, weniger Alkohol, vermehrt vegetarische Kost (aber auch hier muss genau geguckt werden, manche Speisen sind nicht in erhöhten Mengen ratsam). Wer jetzt aber denkt, er mache ab morgen alles anders, muss auch damit rechnen, dass er Beschwerden bekommt: Während des Fastens ist die Gefahr eines Gichtanfalls sogar erhöht, deswegen lieber keine Hauruckaktionen, sondern lieber ein angepasster Lebensstil, so dass Sie es auch dauerhaft durchhalten können.

Das sollten Sie bei der Ernährung berücksichtigen

Gewichtsreduktion

  • Wenn Sie Übergewicht haben, versuchen Sie Ihr Gewicht zu reduzieren. Eine Reduktion des Übergewichts führt oft schon allein zu einer Normalisierung des Harnsäurespiegels.

Puringehalt der Nahrung:

  • Bestimmte Lebensmittel wie Innereien, Fleisch, Wurst, bestimmte Fischarten und Krustentiere enthalten besonders viel Purine. Da der Harnsäurespiegel im Blut im gleichen Verhältnis wie die mit der Nahrung zugeführte Purinmenge ansteigt, bewirkt eine purinarme Ernährung eine Senkung des Harnsäurespiegels im Blut (125-150 mg Purine entsprechen 300mg Harnsäure). Die Aufnahme an Harnsäure sollte 500 mg pro Tag bzw. 3.000 mg pro Woche nicht überschreiten. Bevorzugen Sie daher Lebensmittel mit einem niedrigen Purin- bzw. Harnsäuregehalt. Verzehren Sie nur kleine Fleisch- und Wurstportionen (nicht mehr als 100 g Fleisch oder Wurst am Tag) und möglichst nicht jeden Tag.
  • Essen Sie fünfmal am Tag 1 Portion Gemüse oder Obst, der Jahreszeit entsprechend, davon einen Teil auch als Rohkost. Die meisten Gemüse- und Obstsorten sind purinarm.
  • Beachten Sie bitte, dass schnellwachsende Gemüsesorten wie grüne Bohnen, Blumenkohl, Brokkoli sowie Hülsenfrüchte und Spinat den Harnsäurespiegel ansteigen lassen. Solche Gemüsesorten sollten an den mindestens drei fleischfreien Tagen pro Woche gegessen werden.
  • Getreideprodukte sind zu bevorzugen, Hefe und Hefeerzeugnisse sollten gemieden werden.
  • Kochen ist besser als Braten, weil die Purine beim Kochen aus der Nahrung austreten.


Trinkverhalten:

  • Trinken Sie mindestens 2 Liter täglich. Je mehr Harn die Nieren bilden, desto niedriger ist die Harnsäurekonzentration im Urin. Bevorzugen Sie kalorienfreie Getränke wie Mineralwasser, ungezuckerte Kräuter- und Früchtetees. Auch verdünnte Zitrussäfte sind erlaubt.
  • Vorsicht bei alkoholischen Getränken. Alkohol fördert die Harnsäurebildung und hemmt die Harnsäureausscheidung der Nieren. Gichtanfälle treten oft nach "durchzechten" Abenden auf.
  • Die in Kaffee, Kakao und schwarzem Tee enthaltenen Purine brauchen Sie bei normalen Mengen (2-3 Tassen/Tag) nicht zu berücksichtigen.
  • Süßstoffe wie Fruktose, Sorbit und Xylit sind in üblichen Mengen kein Problem.

 

Mehr Informationen finden Sie auch auf der Seite der Gichtliga:

https://www.gichtliga.de/informationen-zur-ernaehrung/die-7-goldenen-regeln.html