Nun steht es fest: Ab März 2020 wird es eine Impfpflicht gegen Masern geben. Das bedeutet konkret, dass Eltern ihre Kinder impfen lassen müssen, bevor diese in eine Kita, Schule oder eine andere Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen werden.

 
Auch die Menschen, die in solchen Einrichtungen arbeiten sowie medizinisches Fachpersonal müssen dann nachweisen können, dass ein Impfschutz besteht.

Als Gemeinschaftseinrichtungen zählen nicht nur die benannten Schulen, Kitas und Horte, sondern auch Asylbewerber- und Flüchtlingsunterkünfte und medizinische Einrichtungen wie Kliniken und Arztpraxen – und auch privat organisierte Kindertagesbetreuungseinrichtungen. Konkret müssen alle nach 1970 geborenen Menschen gegen Masern geimpft sein.

Ausnahmen erfolgen nur in Sonderfällen mit einem Attest

Menschen, die bereits in einer entsprechenden Einrichtung arbeiten oder betreut werden, haben eine Schonfrist bis zum 31. Juli 2021, um eine womöglich fehlende Impfung nachzuholen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2.500 Euro. Die Überwachung soll durch die Gesundheitsämter erfolgen. Ausnahmen von dieser Impfpflicht wird es nur in Sonderfällen geben mit einem dafür erforderlichen Attest.

Es wird jeder Arzt jeden Patienten impfen dürfen, also auch die Kinderärztin die Eltern, die ihre Kinder zur Untersuchung bringen oder die Frauenärztin den Gatten, der zum Termin begleitet.

Masernimpfung bislang nur als Kombi-Impfstoff

Ehrlicherweise muss man sagen, dass es schon seit mehreren Jahren keinen Einzelimpfstoff gegen Masern gibt, sondern nur den 3er-Impfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln. Ob hier die Pharmaindustrie einen Einzelimpfstoff wieder anbieten wird, bleibt abzuwarten. Die Impfung ist eine Kassenleistung. Das einzige, was wir in der Praxis brauchen, ist Ihre Versichertenkarte und Ihren Impfpass.

Grund für dieses neue Gesetz ist der weltweite Anstieg von Masernerkrankungen, den wir auch hier in Deutschland verzeichnen. Masern werden zwar immer noch als Kinderkrankheit bezeichnet, kann aber dramatische Komplikationen bereiten. Nur wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, ist von einer Herdenimmunität auszugehen – das heißt, die Menschen, die den Schutz gegen Masern durch Impfung oder Krankheit aufweisen, schützen die wenigen ohne Schutz.

Regelung gilt nur für nach 1970 Geborene

Vielleicht stellen Sie sich jetzt die Frage, warum die Grenze bei den nach 1970 Geborenen liegt? Erst Ende der 1960er Jahre kam eine Impfung gegen Masern auf den Markt, der größte Teil der davor Geborenen hat die Krankheit selbst durchgemacht. Deswegen ist in dem Fall dieser Teil der Bevölkerung ausgenommen.

Sprechen Sie uns an und wir klären, ob Sie geimpft werden müssen.

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