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Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

sie kocht weiter hoch: die Diskussion um die Impfung mit dem Wirkstoff der Firma AstraZeneca. Gerade die über 60-Jährigen hoffen, dass sie irgendwann oder bald einen anderen Wirkstoff für sich aussuchen können. Ob das jemals der Fall sein wird, wissen wir nicht. Und wenn, dann wird es sicher noch lange dauern, weil der Impfstoff ja insgesamt knapp ist. Und damit verstreicht für den einzelnen Menschen wertvolle Zeit, in der er schon mit der so wichtigen eigenen Antikörperproduktion beschäftigt sein könnte.

Wichtige Infos zum Impfstoff

Deswegen heute ein paar Zeilen zur Impfstoffauswahl:

  • Nach dem gehäuften Auftreten von Sinusvenenthrombosen vor allem bei jüngeren Frauen ist eine Anpassung der  Impfempfehlung ausgesprochen worden. Danach lautet die revidierte Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) vom 30. März 2020, dass das AstraZeneca COVID-19 Vakzin nur noch an Menschen, die älter sind als 60 Jahre, verabreicht werden soll. Zur Erinnerung: Davor wurde es nur an die Jüngeren verimpft.

  • Mittlerweile gibt es mehr wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Ursachen dieses Krankheitsgeschenens, so dass sich die  Gerinnungsmediziner (Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V.) unseres Landes folgendermaßen geäussert haben:

  • Bei Menschen > 60 Jahre überwiegen die positiven Effekte einer Impfung mit dem AstraZeneca COVID-19 Vakzin bevölkerungsbezogen die negativen Auswirkungen, so dass die Fortführung der Impfungen in Deutschland mit diesem Vakzin in dieser Altersgruppe zu begrüßen ist.

  • Nach aktuellem Kenntnisstand finden sich keine Hinweise dafür, dass Thrombosen an typischer Lokalisation (Beinvenenthrombose, Lungenembolie) nach Impfung mit dem AstraZeneca COVID-19 Vakzin häufiger auftreten als in der altersentsprechenden Normalbevölkerung.

  • Aufgrund der immunologischen Genese der Sinus-/Hirnvenenthrombosen oder Thrombosen in anderer (atypischer) Lokalisation haben Patienten mit einer positiven Thromboseanamnese und/oder einer bekannten Thrombophilie nach Impfung mit dem AstraZeneca COVID-19 Vakzin kein erhöhtes Risiko, diese spezifische und sehr seltene Komplikation zu entwickeln.

Quelle: https://gth-online.org/wp-content/uploads/2021/04/GTH-Stellungnahme-AstraZeneca_4-1-2021.pdf

Bitte gehen Sie nochmal in sich

Deswegen lautet unser Appell an all die unter Ihnen, die ihre Einladung vom Impfzentrum noch nicht wahrgenommen haben und noch keine Termine vereinbart haben: Gehen Sie noch einmal in sich, überlegen Sie, ob und wie lange Sie noch warten wollen auf den  ersten Schutz, den Sie kostenlos über Ihre Krankenkasse erhalten können und der Ihnen bereits 14 Tage nach der ersten Impfung   eine Antikörperproduktion beschert.

Und überlegen Sie vielleicht auch, dass Ihre Impfung den Schutz nicht nur für Sie persönlich erhöht, sondern für uns alle zum Besten ist: Auch in den ersten Monaten der Impfung der jüngeren Bevölkerung (zum Beispiel alle wir aus dem Gesundheitswesen) mit Astra waren da nicht alle glücklich über die Zuweisung und haben sich doch auch für Sie impfen lassen. Den größtmöglichen Schutz für uns  alle erreichen wir vor allem durch die Herdenimmunität. Deswegen schützen Sie sich bitte weiter durch das Einhalten der AHA-Regeln und vor allem durch Ihren persönlichen Impfschutz, auch mit dem von AstraZeneca.

Bleiben Sie gesund!