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Jeden von uns kann es treffen: In Deutschland wird bei über 75.000 Menschen pro Jahr mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Dann zählt jede Sekunde: Das Funktionieren der Rettungskette vom Laien über die Leitstelle, die Rettungsdienste bis ins Krankenhaus entscheidet über Leben und Tod. Derzeit überleben lediglich 5.000 Patienten den Herz-Kreislaufstillstand.

Wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall leichter reagieren

Vom Anruf in der Leitstelle bis zum Eintreffen des Notarztes am Einsatzort dauert es in Bremen bis zu 10 Minuten. In dieser Phase können erste Maßnahmen entscheidend sein. Fehlende Laienmaßnahmen verschlechtern die Überlebenschancen des Patienten beim Herz-Kreislaufstillstand. Gelingt es durch eine Laienreanimation, einen minimalen Kreislauf aufrecht zu halten bis der Rettungsdienst eintrifft, sind die Chancen für den Patienten deutlich besser!

Aber woran erkenne ich eine lebensbedrohliche Situation? Was sind die Zeichen eines Herz-Kreislaufstillstandes?

Wichtig: Die Entscheidung muss schnell fallen!

  • Prüfen Sie das Bewusstsein durch Ansprache und Rütteln am Schultergürtel.
  • Zeigt die Person keine Reaktionen und ist bewusstlos: Überstrecken Sie den Kopf
  • Prüfen Sie die Atmung durch Auflegen der Hände auf Brust und Bauch, und fühlen Sie mit dem Ohr vor Mund und Nase
  • Fehlende oder abnorme Atmung (sogenannte Schnappatmung) bei bewusstlosem Menschen bedeutet: Herz–Kreislaufstillstand!


Laienreanimation nach den offiziellen Empfehlungen der Fachgesellschaften:

  • Um Hilfe rufen: Notruf 112 (weitere Personen hinzurufen – falls nicht möglich, Notruf selbst wählen).
  • Die Herzdruckmassage ist das wichtigste. In den ersten Minuten kann die Beatmung des Patienten unterbleiben!
  • Legen Sie den Handballen auf die untere Hälfte des Brustbeins,
  • Drücken Sie kräftig (5 cm tief!) den Brustkorb ein.
  • Machen Sie dies 100 mal pro Minute (also deutlich schneller als einmal pro Sekunde)
  • Lassen Sie sich vom Leitstellenmitarbeiter am Telefon unterstützen!
  • Fahren Sie fort, bis der Rettungsdienst eintrifft und die Maßnahmen übernimmt.


Herzdruckmassage:

Die Person soll flach auf dem Rücken auf dem Fußboden liegen. Wichtig ist eine harte Unterlage, also nicht im Bett! Neben dem Patienten knien, der korrekte Druckpunkt ist im Bereich der unteren Hälfte des Brustbeins. Der Handballen einer Hand wird genau in der Mitte aufgesetzt, die andere Hand wird auf den Handrücken der unteren Hand aufgesetzt und die Finger abgespreizt. Die Arme sind durchgestreckt und der Brustkorb wird senkrecht von oben durch Gewichtsverlagerung des eigenen Oberkörpers 30 Mal mindestens 5 bis 6 cm tief eingedrückt (die Drucktiefe beträgt etwa 1/3 des Brustkorbdurchmessers).

Nach jeder Kompression wird der Brustkorb vollständig entlastet, aber die Hände bleiben dabei auf dem Brustkorb liegen. Das Verhältnis von Kompression zu Entlastung beträgt 1:1, die Druckfrequenz sollte mindestens 100 /min betragen.

Atemspende:

Falls Sie ausgebildet sind und es sich zutrauen, können Sie jeweils nach 30 Herzdruckmassagen zwei Mund-zu-Mund-Beatmungen durchführen.

Die Atemwege der Person werden frei gemacht, indem der Kopf nach hinten geneigt und das Kinn nach oben gezogen wird. Also: Den Kopf überstrecken, den Unterkiefer heben, mit den Fingern die Nase schließen. Normal einatmen, Lippen dicht um den Mund der Person legen. Dann wird das normale Atemvolumen über eine Sekunde ausgeblasen. Dabei soll sich der Brustkorb heben und senken. Es werden 2 Beatmungen abwechselnd mit 30 Herzdruckmassagen durchgeführt.

Die hier gegebenen Hinweise können einen Reanimationkurs nicht ersetzen. Die Hilfsorganisationen (z.B. DRK oder ASB) bieten solche Kurse auch für medizinische Laien an. Es empfiehlt sich vor allem für Angehörige von Risikopatienten, solche Kurse zu besuchen.

Kurs-Infos:

DRK:
www.drk.de/angebote/erste-hilfe-und-rettung/kurse-in-erster-hilfe.html

ASB:
www.asb.de/de/unsere-angebote/erste-hilfe/kurse