Die Zahl der Krankheitstage aufgrund von seelischen Leiden nimmt in Deutschland seit Jahren stetig zu. Nach Angaben der Krankenkasse BKK, die jährlich einen "Gesundheitsatlas" veröffentlicht, wurde bereits bei fast 10 Prozent ihrer Versicherten eine "depressive Episode" diagnostiziert. Immer häufiger wird auch ein sogenanntes Burn-out-Syndrom festgestellt – es betraf bereits 1,2 Prozent der Versicherten.

Der Norden Deutschlands ist zwar weniger stark betroffen als der Süden, aber dennoch kann für Bremen keine Entwarnung gegeben werden: In Großstädten leiden die Menschen häufiger unter seelischen Erkrankungen als auf dem Land.

Symptome

Der Burn-out ist mittlerweile als Begriff weit verbreitet – aber was genau ist damit eigentlich gemeint? Das Wort stammt aus dem Englischen und bezeichnet das "Ausbrennen", einen Zustand großer Erschöpfung, Müdigkeit, Überforderung und Antriebslosigkeit nach anhaltenden Anstrengungen. Dabei besteht eine große Nähe zur Depression. Eine eindeutige medizinische Diagnose gibt es allerdings noch nicht.

Betroffene können oft kaum noch richtig entspannen und benötigen wesentlich mehr Erholungszeiten, um Kraft zu tanken. Die Leistungsfähigkeit sinkt, die Stimmung ebenso, und Fehler häufen sich. Gleichzeitig wachsen die Sorgen, sodass die Spirale der Anspannung sich weiterdreht.

Diagnose

Feststellen lässt sich das Burn-out-Syndrom am besten im Gespräch mit erfahrenen Ärzten. Üblicherweise ist dies zunächst der Hausarzt, der ggf. anschließend zur genaueren Klärung an einen Spezialisten überweist. Parallel müssen auch körperliche Ursachen der Erschöpfung ausgeschlossen werden, denn auch hier können die eigentlichen Ursachen liegen, beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion.

Häufig entsteht der Burn-out bei leistungsorientierten Menschen, die ihre eigenen Erwartungen an sich selbst nicht erfüllen können. Sie haben ein starkes inneres Antriebssystem und fordern immer mehr von sich in Bereichen wie Arbeit und Karriere, Sport, Beziehungen oder auch Selbstverwirklichung. In ihrer Enttäuschung über das nicht Erreichte steigen die Überforderung und die Anforderungen immer weiter, bis der Geist und der Körper nicht mehr nachkommen.

Interessanterweise bedeutet das nicht, dass sie auch mit ihrer Umwelt so fordernd umgehen. Selbst im begonnenen Burn-out bleibt in der Eigenbeurteilung noch viel Kraft, um sich selbst zu verurteilen, aber nicht genug, um "nein" zu den eigenen Anforderungen zu sagen. Wer gelernt hat, an sein eigenes Wohlergehen zu denken, wird keinen Burnout erlangen.

Therapie

Die Behandlung des Burn-outs erfolgt sehr individuell, denn sie muss der Lebenssituation des Betroffenen gerecht werden. Zunächst geht es auf jeden Fall darum, die eigenen Ziele und Erwartungen an das realistisch Mögliche anzupassen. Wichtig sind auch die Planung von Erholungsphasen und die Stärkung des sozialen Netzwerks. Nicht zuletzt hilft eine gesunde Lebensweise, den Geist wieder zu Kräften kommen zu lassen.