Immer wieder kommt die Frage nach einer erhöhten Thrombosegefahr durch Flugreisen oder lange Bus- und Autoreisen auf. Wie kann – und sollte – man sich davor schützen?

Was ist eine Thrombose?  

Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel in einem Blutgefäß. Meist in einem venösen Gefäß, sodass man auch von einer Venenthrombose spricht. Am häufigsten sind die Beinvenen betroffen.

Bei unbehandelten Beinvenenthrombosen besteht die Gefahr, dass der Thrombus – also das Gerinnsel – sich löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gespült wird. Dort kann er dann zu der lebensgefährlichen Komplikation einer Lungenembolie führen.

Risikoabschätzung

Wie hoch ist nun die Gefahr, eine Beinvenenthrombose auf einer Flugreise zu bekommen? Das hängt im Wesentlichen von der Flugdauer und dem individuellen Thromboserisiko ab. Generell lässt sich sagen: Je länger eine Flugreise, desto höher das Thromboserisiko. Bei Flugreisenden ohne erhöhtes Risiko für eine Thrombose und einer Flugzeit unter 6 Stunden besteht keine größere Gefahr für das Auftreten einer Thrombose.

Bei Flugreisen über 6 Stunden und keinem erhöhten persönlichen Risiko für eine Thrombose reichen in der Regel Allgemeinmaßnahmen als Prophylaxe aus. So empfiehlt es sich, auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten (ungefähr ein Viertelliter pro Stunde) und sich regelmäßig zu bewegen. Teilweise bieten die Airlines hierzu auch spezielle Bewegungsprogramme an, z.B. "Flyrobic" von Lufthansa. Auf Alkohol, Schlaf- oder Beruhigungsmittel sollte möglichst verzichtet werden.
 
Wer ist gefährdet?

Etwas anders sieht es für Reisende mit grundsätzlich erhöhten Risikofaktoren für eine Thrombose aus.

Dazu zählen z.B. Frauen, die sich im 2. und 3. Drittel der Schwangerschaft bzw. kurz nach einer Schwangerschaft befinden, sowie Frauen, die regelmäßig die Antibabypille einnehmen (insbesondere bei gleichzeitigem Nikotinkonsum). Ebenfalls verstärkt gefährdet sind Reisende mit Bluterkrankungen, die mit einer erhöhten Gerinnungsbereitschaft des Blutes einhergehen (Thrombophilie), mit ausgedehnten Krebserkrankungen, sowie Reisende, die vorher schon einmal eine Thrombose oder Lungenembolie durchgemacht haben.

Ob Sie zu einer der gefährdeten Gruppe gehören, muss letztlich mit dem Hausarzt oder der Hausärztin geklärt werden.

Was ist zu tun?

Für diese Reisenden mit erhöhtem Risiko für eine Thrombose empfiehlt sich neben den Allgemeinmaßnahmen (s.o.) das Tragen von Kompressionsstrümpfen der Klasse I. Sollte dies
nicht möglich sein (z.B. auf Grund absoluter Kontraindikationen wie fortgeschrittener peripherer arterieller Verschlusskrankheit, dekompensierter Herzschwäche, septische Phlebitis, Phlegmasia coeruela dolens) oder auch Hautunverträglichkeiten gegen die Strumpfmaterialien ist für diese Personen auch über eine Prophylaxe mittels niedermolekularen Heparins nachzudenken.

Für eine prophylaktische Wirkung von Aspirin gibt es dagegen keinerlei wissenschaftliche Belege.

Guten Flug !!!!

Quellenangaben:

Schwarz T, Schellong S, Schwarz S. Thromboserisiko nach Langstreckenflügen. Dtsch. Ärzteblatt 2005, 102

Philbrick J, Shumate R, Siadaty M, Bekcer D Air Travel and Venous Thromboembolism: A systematic Review, J. Gen Intern Med. 2007 Jan; 22(1): 107-144

Aryal KR, Al Khaffaf Venous Thromboembolie complications following air travel: what´s the quantitative risk? A literature review, European Jornal of Vascular and Endovascular Surgery 2006;31(2):187-199

Deutsche Gesellschaft für Phlebologie: Merkblatt zur Verordnung von medizinischen Kompressionsstrümpfen (MKS) bei venösen und lymphatischen Krankheitsbildern