Obwohl die Krätze (auch Scabies genannt) von vielen Menschen als Erkrankung aus vergangener Zeit angesehen wird, ist sie auch heute noch eine Erkrankung, die jeden betreffen kann – unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht.

Bei der Scabies handelt es sich um eine stark juckende, ansteckende Hautkrankheit, die durch die Krätzmilbe hervorgerufen wird. Die Krätze ist weltweit verbreitet, wobei ein geschwächtes Immunsystem oder der Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung (Schulen, Kindergärten, Pflegeheime, Obdachlosenheime etc.) eine Infektion begünstigen.

Übertragung

Die Krätzmilben befallen ausschließlich Menschen, weshalb eine Übertragung in erster Linie durch direkten Kontakt von Mensch zu Mensch erfolgt. Selten erfolgt eine indirekte Übertragung über kontaminierte Wäsche oder Kleidung. Die Milben leben und vermehren sich auf der Haut, die Weibchen graben zur Eiablage mehrere Zentimeter lange Gänge in den Hornschichten der Haut, wo sie den überwiegenden Teil ihres Lebens verbringen. Ein Lebenszyklus dauert ungefähr 2 bis 3 Wochen. Nach der Ansteckung gibt es eine Inkubationszeit von ungefähr 2 bis 6 Wochen, in denen bereits Ansteckungsgefahr besteht. Außerhalb des Menschen, z.B. auf Kleidung, überleben Krätzmilben selten länger als 2 Tage.

Symptome

Typische Beschwerden nach dem Befall sind ein Brennen der Haut bis hin zu starkem Juckreiz, insbesondere in der nächtlichen Bettwärme. Außerdem zeigen sich betroffene Hautareale gerötet und nach dem Kratzen mit Bläschen oder Krusten bedeckt. Dabei können diese Hautveränderungen einzeln oder gruppiert auftreten. Besonders wird die Haut an Stellen mit dünner Hornschicht befallen, dazu gehören die Finger- und Zehenzwischenräume, Hand- und Fußgelenke, Achseln, Leisten und die Genitalregion.

Therapie

Da die Milben und deren Eier sich überwiegend unter der Haut befinden, sind allgemeine Hygienemaßnahmen mit Wasser, Seife oder Hautdesinfektionsmitteln nicht ausreichend wirksam. Bei der Behandlung greift man in der Regel auf eine äußerliche Therapie mit Salben oder Cremes zurück. In Ausnahmefällen ist eine Medikamenteneinnahme notwendig. Dabei wird nach dem Waschen der Haut der gesamte Körper mit dem Wirkstoff eingerieben und soll über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen erfolgt das Abduschen der Creme. Mit dieser einmaligen Behandlung können sowohl die Krätzmilben, als auch deren Eier und Nissen abgetötet werden.

Wichtig ist außerdem, dass zeitgleich getragene Kleidung, Handtücher und Bettwäsche der letzten vier Tage vor der Behandlung und vier Tage nach der Behandlung bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Bei Gegenständen mit längerem Körperkontakt, die nicht gewaschen werden können, sollten diese für mindestens vier Tage in einen gut verschließbaren Plastiksack verpackt werden. Es ist außerdem immer wichtig, dass die ganze Familie behandelt wird, damit eine erneute Ansteckung verhindert wird.

Therapiekontrolle und Vorbeugung

Nach etwa 2 Wochen sollte der Therapieerfolg ärztlich überprüft werden. Es kann nach der Behandlung noch über mehrere Tage ein Juckreiz verbleiben. Dies spricht nicht für ein Therapieversagen, sondern wird durch die abgetöteten Milben, deren Exkremente und Eier hervorgerufen, die noch in der Haut verblieben sind. Nach kurzer Zeit findet eine Erneuerung der Haut statt und die Beschwerden verschwinden. Im Normalfall können Betroffene bereits einen Tag nach der Behandlung wieder in die Schule oder zur Arbeit.

Die einzige Maßnahme einer Infektion vorzubeugen, ist eine Ansteckung zu verhindern. Da betroffene Personen bereits bis zu vier Wochen Überträger sein können ohne Symptome zu zeigen, ist es besonders wichtig, die Familie, Mitbewohner oder enge Kontaktpersonen zu informieren, damit falls nötig eine Mitbehandlung erfolgen kann.