Jetzt, wo es wärmer wird, sind viele von uns wieder draußen unterwegs – sei es zu Hause im Garten, mit dem Rad oder zu Fuß durch den Wald. Viele, wahrscheinlich die meisten, haben schon mal hautnahe Begegnungen mit Zecken gehabt. Und wer ein Haustier hat, der kann sicher davon Lieder singen.

Nach jedem Spaziergang gründlich absuchen

Zecken leben im Unterholz, im hohen Gras und in Büschen. Wenn wir in der Natur unterwegs sind, können wir mit ihnen in Kontakt kommen. Deswegen ist es sinnvoll, nicht abseits der Wege, sondern auf befestigten Wegen unterwegs zu sein, um das Risiko nicht unnütz zu steigern. Draußen sollten Sie lieber lange Hosen und Strümpfe anziehen, damit Sie weniger Angriffsfläche bieten. Auf heller Kleidung kann man Zecken leichter erkennen als auf dunkler Kleidung. Suchen Sie sich und Ihre Kinder nach dem Aufenthalt im Freien ab, achten Sie auf Kopf und Halsregion sowie auf die Bereiche unter den Armen, zwischen den Beinen und in den Kniekehlen. Wenn Sie Insektensprays nutzen, denken Sie daran, dass der Schutz nur für wenige Stunden anhält!

So entfernen Sie Zecken richtig

Wenn Sie eine Zecke an sich oder einem Angehörigen entdecken, gehen Sie bitte folgendermaßen vor:

  • Zur Entfernung gibt es spezielle Pinzetten oder Zangen. Damit wird die Zecke im Kopfbereich möglichst nah am Kopf gefasst und dann senkrecht herausgezogen. Wichtig ist, dass das Hinterteil der Zecke nicht zerquetscht wird, damit nicht Krankheitserreger austreten können.
  • Ein weiteres mögliches Hilfswerkzeug ist die Zeckenkarte. Sie ist v-förmig ausgeschnitten. Auch hier wird die Zecke möglichst hautnah gefasst und dann nach oben gezogen.
  • Nach Entfernung der Zecke sollte Sie die Einstichstelle gründlich desinfizieren.
  • Keineswegs sollten Sie die Zecke mit Öl oder Klebstoff oder Nagellack bedecken.
  • Wenn Sie unsicher sind, ob ein Rest der Zecke verblieben ist, dann stellen Sie sich zeitnah nach telefonischer Rücksprache in Ihrer Hausarztpraxis vor.
  • Je schneller Sie eine Zecke entfernen, desto geringer ist das Risiko einer Erkrankung durch Borrelien. Bei der FSME-Erkrankung dringt das Virus direkt in unseren Körper ein.

Schutzimpfung gegen FSME möglich

Zecken sind in der Lage, hier in Deutschland zwei unterschiedliche Erkrankungen zu verursachen. Das eine ist die deutschlandweit auftretende Borreliose: hierzu gibt es einen Artikel auf unserer Homepage: www.hausaerzte-habenhausen.de/16-news/vorsorge/119-borreliose-vorsicht-beim-aufenthalt-im-freien.html

Gegen Borrelien gibt es bisher keine Schutzimpfung. Von der Borrelienerkrankung abzugrenzen ist die sogenannte Frühsommermeningoencepahlitis, kurz FSME. Bei dieser Erkrankung kommt es ca. eine Woche nach dem Biss einer Zecke zum Auftreten von einer grippeähnlichen Erkrankung mit Fieber sowie Kopf- und Muskelschmerzen. Dies ist bedingt durch eine Reizung der Hirnhäute. Zur Vorbeugung gibt es eine Impfung, die nach dreimaliger Gabe als Grundimmunisierung im weiteren Verlauf dann alle 3-5 Jahre aufgefrischt werden muss, je nachdem wie alt man ist.

Auch im Norden besteht ein FSME-Risiko

Früher war vor allem im Süden der Republik mit dem Auftreten von FSME versuchten Zecken zu rechnen, durch den Klimawandel kommt es auch zunehmend weiter im Norden zu FSME-Erkrankungen. Eine aktuelle Karte ist hier einzusehen: www.zecken.de/de/fsmerisikogebiete-deutschland

Je nachdem, wo Sie Ihren nächsten Urlaub planen, kann es sinnvoll sein, sich gegen FSME impfen zu lassen, sprechen Sie uns an. Bitte bedenken Sie, dass bei manchen Impfungen ein Vorlauf von mehreren Wochen erforderlich ist, bis Sie einen ausreichenden Schutz aufgebaut haben.