burger-menu

Die Inkontinenz bei beiden Geschlechtern gehört weiter zu den großen Tabuthemen: Kaum jemand wird ohne Scheu freiwillig anfangen, darüber zu sprechen. In diesem Beitrag geht es um das Thema Inkontinenz bei Frauen.

Es ist davon auszugehen, dass Frauen mindestens doppelt so oft wie Männer an einer Inkontinenz leiden. Es sind aber nicht nur die älteren Frauen, auch vor Eintritt in die Wechseljahre können Frauen betroffen sein.
 
Vielleicht ist es Ihnen schon aufgefallen: Bei allen über 70-Jährigen fragen wir einmal im Jahr im Rahmen unseres sogenannten geriatrischen Basisassessment (Barthelindex) auch nach Inkontinenz. Vielleicht kann das auch für Sie der Einstieg sein, Ihr Problem anzugehen.

Verschiedene Formen der Inkontinenz

Es gibt verschiedene Formen der Inkontinenz: die Belastungsinkontinenz, die Dranginkontinenz und die Mischform der beiden. Bei der Belastungsinkontinenz ist es so, dass es bei körperlicher Belastung, beim Sport, beim Husten, Lachen oder Niesen zu einem unkontrollierten Verlust von Urin kommt. Dabei öffnet sich unkontrolliert der Blasenverschluss: Ursache hierfür ist ein schwaches Bindegewebe oder ein schwacher Beckenboden. Dies kann unter anderem verursacht worden sein durch vorangegangene Schwangerschaften und Geburten, durch Übergewicht, durch starkes Pressen beim Stuhlgang bei chronischer Verstopfung, schwere körperliche Arbeit oder auch durch vorangegangene Operationen. Diese Form ist die häufigste Form der Inkontinenz.

Bei der Dranginkontinenz kommt es zu einem Harndrang mit damit verbundenem ungewolltem Urinverlust. Der Trigger kann beispielsweise das Hören von laufendem Wasser sein. Mit auslösend können chronische Entzündungen der Blase, aber auch neurologische Erkrankungen, Hormonveränderungen, vorangegangene Bestrahlungstherapien, aber auch psychosomatische Ursachen sein.

Auch Mischformen beider Inkontinenzarten möglich

Bei der Mischform treten Symptome beider Inkontinenzformen auf. Zunächst geht es darum, zu klären, welche Beschwerden genau vorliegen:

  • Wie häufig erfolgt das Wasserlassen am Tag und in der Nacht?
  • Wie oft verliere ich unwillkürlich Urin und in welchen Mengen (wenige Tropfen oder eine größere Menge), auch wieder jeweils tags und nachts?
  • Wann kommt es zum Urinverlust, also beispielsweise beim Husten, Niesen oder Lachen, bei welchen Bewegungen (Sport) oder gibt es keine benennbaren Auslöser?
  • Wie stark ist der Harndrang, muss ich sofort lossprinten zur Toilette oder habe ich noch ausreichend Zeit?

Eine fachärztliche Vorstellung bei Gynäkologin oder Urologin gehört mit zur Diagnostik. Heute gibt es auch Beckenbodenzentren, wo beide Fachrichtungen vertreten sind.

Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz

Generell ist es wichtig, dass Frauen sich sicher fühlen in ihrem Alltag und nicht ständig in Angst sind, dass die Umgebung etwas mitbekommt und dass ihnen womöglich ein Missgeschick im Alltag passiert. Dafür gibt es Hilfsmittel in vielfältiger Form wie Einlagen oder Inkontinenztampons oder sogenannte Pants.

Bei der Dranginkontinenz wird medikamentös behandelt. Durch den Einsatz von Anticholinergika wird der Harndrang gemindert und das Füllungsvolumen der Blase gesteigert: Allerdings kommt es nicht selten zum Auftreten von Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörung, Schwindel und einigem mehr. Dies erklärt, warum es sich schwierig gestalten kann, das richtige, gut verträgliche Medikament zu finden mit guter Besserung des Urinverlustes und möglichst wenigen Nebenwirkungen – das dauert manchmal ein wenig.

Bei der Belastungsinkontinenz geht es um die Stärkung des Beckenbodens im Alltag mittels Beckenbodengymnastik, aber auch darum, den Lebensstil anzupassen, ggfs. Gewicht zu reduzieren und den Stuhl zu regulieren, damit das starke Pressen bei der Darmentleerung unterbleibt. Wenn dies nicht ausreicht, dann kann es erforderlich sein, einen Schritt weiter zu gehen und eine Operation vornehmen zu lassen. Dies muss dann auf fachärztlicher Ebene geklärt und in die Wege geleitet werden.

Bitte sprechen Sie uns an, wir versuchen Ihnen die weiteren Schritte aufzuzeigen.