Auch ich lerne von Ihnen: Seit ich vor mehr als 10 Jahren hier in der Praxis zu arbeiten anfing, habe ich schon einige Geheimtipps gehört, auf welche Hausmittelchen in Ihrer Familie zurückgegriffen wird.

Diese Rezepte sind vielleicht oder sicher nicht wissenschaftlich untersucht, aber das eine oder andere wird auch als Medikament eingesetzt – und vielleicht ist Ihnen der selbst zubereitete Tee lieber als das industriell gefertigte Medikament.

Welches Kraut ist wann das richtige?

  • Unsere Abwehrkräfte werden gestärkt durch Vitamin C. Dieses ist vor allem in Tees aus Hagebutte oder Brennnesseln enthalten. Es geht natürlich auch der Spitzer frische Zitrone zum Beispiel als Heiße Zitrone oder als ausgefallene Variante ein Tee aus Giersch.
  • Bei Fieber und zum Schweißtreiben sind Tees aus Lindenblüten oder Holunderblüten zu empfehlen. Auch Weidenrinde wirkt fiebersenkend.
  • Bei Halsschmerzen empfehlen sich Tees aus Salbei und/oder Kamille. Diese enthalten desinfizierende Inhaltsstoffe. Deswegen lohnt es sich auch, mit solchen Tees zu gurgeln.
  • Bei Husten ist zum Schleimlösen Thymian, Fenchel, Spitzwegerich oder Eibisch geeignet, gerne auch als Gemisch. Auch Pfefferminz, Lindenblüten und Süßholzwurzel erleichtern die Schleimlösung.
  • Tees aus Himbeerblättern sollen besonders wirksam in der Abwehr von Viren sein.
  • Zwiebel-Hustensaft wird hergestellt, indem man eine Zwiebel klein schneidet, in ein Glas gibt und dazu 2 Esslöffel Honig gibt. Das Ganze soll am besten über Nacht stehen bleiben, mindestens aber mehrere Stunden. Dann wird die Flüssigkeit abgegossen. Damit hat man einen Hustensirup, der mehrmals täglich eingenommen werden kann.
  • Bei Ohrenschmerzen hilft das sogenannte Zwiebelsäckchen wunderbar: Dazu schneidet man eine Zwiebel fein, gibt die Würfel entweder direkt in die Spitze einer Baumwollsocke (die kann man später heiß waschen) oder erst in einen Papierteefilter und dann in die Socke und legt dies bis zu 3x täglich auf das befallene Ohr. Die Zwiebel wirkt antibakteriell und schmerzstillend.

Vorsicht bei Schwangeren, Allergikern und Kindern

Generell sollten nicht mehr als 3 bis 5 Tassen eines Tees pro Tag getrunken werden. Zudem sollte der aufgebrühte Tee nicht stundenlang rumstehen, weil sich in der Zeit die wertvollen ätherischen Dämpfe verflüchtigen und es außerdem zu einer Vermehrung von Sporen kommen kann. Generell sollten Allergiker sowie Schwangere und Kinder vorsichtig sein. Nur weil „Natur“ draufsteht, ist nicht alles ohne Einschränkungen für jeden geeignet.

Wer wirklich die richtige Konzentration einer Pflanze in seinem Tee haben will, sollte sich die Zutaten in einem entsprechenden Fachgeschäft kaufen.

Bleiben oder werden Sie gesund!