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Die derzeit täglich neuen Meldungen über die sich rasant ausbreitende Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) führen zu einer zunehmenden Verunsicherung in der Bevölkerung. Daher möchten wir Sie über den derzeit aktuellen Stand informieren. Dieser bezieht sich auf den 11. Februar 2020, die aktuellen Empfehlungen können sich allerdings im Laufe der nächsten Tage und Wochen schnell wieder ändern.

Coronavirus eng mit SARS-Virus verwandt

Coronaviren wurden bereits Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch bestimmte Tiere wie z.B. Vögel und Säugetiere infizieren. Auch die SARS-Epidemie (schweres akutes Respiratorisches Syndrome) im Jahr 2002 wurde durch ein Coronavirus verursacht. Das derzeitig neuartige Coronavirus ist genetisch eng mit dem SARS-Virus verwandt und kann auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Dabei ist anzunehmen, dass die Übertragung über Sekrete des Atemtraktes erfolgt, allerdings wurden die Viren bei einigen Betroffenen auch in Stuhlproben nachgewiesen.

Betroffen ist insbesondere die Provinz Hubei mit der Hauptstadt Wuhan in China. Hier wurden bisher (Stand 11. Februar 2020) mehr als 31.000 Fälle gemeldet. Weltweit wurden bisher mehr als 42.000 Fälle mit 1.018 Todesfällen gemeldet (alle Todesfälle in China bis auf je einen Todesfall auf den Philippinen und in Hongkong). Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die ersten Patienten bereits im Dezember in China auf einem Markt in Wuhan, welcher am 1. Januar 2020 geschlossen wurde, angesteckt haben.

Keine anhaltende Übertragung in Deutschland

In Deutschland ist es bisher nicht zu einer anhaltenden Übertragung gekommen. Bei 14 Patienten wurde bisher eine Infektion nachgewiesen, wobei es bisher nur zu sehr milden Verlaufsformen gekommen ist. Aufgrund der sich sehr dynamisch entwickelnden Situation ist jedoch mit einem weiteren Import von vereinzelten Fällen nach Deutschland zu rechnen. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit nach Informationen des Robert-Koch-Institutes (RKI) als gering eingeschätzt. Diese Einschätzung kann sich jedoch ggf. durch neue Erkenntnisse kurzfristig ändern. Um eine Weiterverbreitung zu verhindern, ist es wichtig, erkrankte Patienten zu erkennen, sie zu isolieren und die Hygienemaßnahmen konsequent einzuhalten.

Welche Symptome treten bei einer Infektion auf?

Neuartige Coronaviren verursachen meistens nur milde Erkältungssymptome wie Husten oder Schnupfen, können bei einigen Patienten aber auch die unteren Atemwege betreffen und zu einem schweren Verlauf mit Lungenentzündungen führen. Todesfälle traten bisher jedoch nur bei Patienten auf, die älter waren und /oder bereits zuvor an einer schweren Grunderkrankung litten.

Es wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tagen beträgt.

Wann besteht der Verdacht auf eine Coronavirusinfektion?

Die in Deutschland auftretenden Atemwegsinfektionen sind fast ausschließlich auf Erkältungskrankheiten oder Grippe durch Influenza-Viren zurückzuführen.

Verdachtsfälle für eine Coronavirusinfektion bestehen nach derzeitigen Empfehlungen des RKI nur bei Personen mit

  • Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung und Aufenthalt in einem Risikogebiet bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn

oder

  • Zeichen einer akuten Atemwegserkrankung und Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall bis maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn.

Sollten Sie sich in einem Risikogebiet aufgehalten oder Kontakt zu einer erkrankten Person gehabt haben und innerhalb von 14 Tagen Fieber oder Atemwegsprobleme entwickelt haben, sollten Sie sich telefonisch an das Gesundheitsamt in Bremen (0421-361-15113) oder ihren Hausarzt wenden. Wichtig ist: Kündigen Sie Ihren Besuch beim Hausarzt unbedingt vorher an und schildern Sie die Situation, damit dort entsprechende Vorkehrungen getroffen werden können.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Die wichtigsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz und zum Schutz anderer Personen sind häufiges Händewaschen, eine gute Händedesinfektion und korrekte „Hustenetikette“ (nicht in die Hand husten oder niesen, sondern in ein Taschentuch oder in den Ärmel von Mantel oder Jacke). Außerdem sollten Sie wenn möglich einen Mindestabstand von 1-2 m von krankheitsverdächtigen Personen einhalten. Bei einem Arztbesuch sollten Sie beim Betreten und Verlassen der Arztpraxis bitte den Desinfektionsspender benutzen (3 ml Lösung auf die Handflächen, mindestens 30 Sekunden einreiben). Es gibt keine eindeutigen Belege dafür, dass eine gesunde Person das Risiko einer Ansteckung durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes signifikant verringern kann.

Was passiert bei Verdacht oder Nachweis einer Infektion?

Der Nachweis oder Verdacht einer Erkrankung wird durch den Arzt und das die Erkrankung nachweisende Labor dem Gesundheitsamt gemeldet, damit die notwendigen Maßnahmen wie z.B. Ermittlung weiterer Kontaktpersonen eingeleitet werden können.

Bei Nachweis einer Erkrankung muss der Patient im Krankenhaus isoliert werden. Eine spezifische antivirale Therapie steht derzeit leider nicht zur Verfügung, sodass nur symptomatische, d.h. die Beschwerden lindernde Maßnahmen oder die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen möglich sind.

Ein Impfstoff steht momentan ebenfalls noch nicht zur Verfügung.

Aktuelle und kontinuierliche angepasste Informationen, Hinweise und Empfehlungen können Sie auf der auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts nachlesen.